Elektroheizung: gute Alternative im Einzelfall

Verfasst von: Michael Claus
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Elektroheizung
In diesem Artikel
  • Dein Ratgeber fürs elektrische Heizen mit wichtigen Tipps und Hinweisen! 
  • Mehr erfahren über Arten und Modelle von Elektroheizungen.
  • Wichtige Informationen zu Vorteilen, Nachteilen und Kosten von Elektroheizungen finden.

Elektroheizungen haben ein negatives Image in Deutschland. Hohe Betriebskosten, eine schlechte Umweltbilanz und ein geringer Wirkungsgrad haben (alles jeweils im Vergleich zu anderen Heizungen) dazu beigetragen.

Wer von Elektroheizungen hört oder liest, hat oft nicht ganz zu Unrecht den stromfressenden Radiator, Konvektor oder die Nachtspeicherheizung aus der alten Zeit in Erinnerung.

Aber dieses negative Image entspricht nicht mehr unbedingt der Realität der modernen Elektroheizung. Inzwischen gibt es durchaus Produkte und Modelle, die die elektrische Heizung unter den vielen verschiedenen Heizungen wieder salonfähig machen.

Aufgrund der Energiekrise, der hohen Preise für Gas und Öl, dem Verbot bestimmter fossiler Heizungsanlagen und ja sogar aufgrund des Schutzes von Umwelt und Klima kann das Heizen mit Strom in Einzelfällen wieder eine echte Alternative sein.

Elektroheizung bequem
Elektrisch Heizen ist bequem, sollte aber bewusst genutzt werden

Wie funktioniert eine Elektroheizung?

Das Prinzip der Elektroheizung ist simpel: Elektroheizungen heizen mit Strom! Stecker rein in die Steckdose, Heizung an und Wärme kommt raus. Die Wärmeerzeugung findet direkt in den elektrischen Heizelementen unmittelbar vor Ort statt.

Die Zuführung von Brennstoffen oder die Entsorgung von Prozessabfällen wie beispielsweise Asche ist nicht notwendig. Ein Heizwiderstand in der Elektroheizung wandelt den Strom aus der Steckdose in die benötigte Wärme um. Woher die elektrische Energie kommt, ist technisch gesehen dabei sekundär. Denn Strom ist als Energie direkt nutzbar.

„Der große Vorteil von Elektroheizungen ist deren simple Funktionsweise.“ 

Aus Sicht von Nachhaltigkeit und Effizienz ist die Herkunft des Stromes selbstverständlich wiederum von Relevanz. Je nach Art der E-Heizung unterscheidet sich der Anteil für erzeugte Wärme im Elektroheizkörper zwischen Strahlungswärme und Konvektionswärme:

  • Strahlungswärme: Bei Strahlungswärme erwärmen die elektrisch erzeugten Wärmewellen die Objekte in der unmittelbaren Umgebung der Heizung. 
  • Konvektionswärme: Bei Konvektionswärme erwärmt die Heizung zunächst die Luft und verteilt diese erzeugte Wärme dann über die Raumluft (meist über einen kleinen Lüfter, den sog. Heizlüfter) im zu beheizenden Raum. 

Arten von Elektroheizungen im Vergleich

Wie bei vielen anderen Heizungsanlagen gibt es auch bei der Elektroheizung ganz verschiedene Heizgeräte, Produkte und Angebote. Eben, weil Elektroheizungen so einfache Heizungen sind und lediglich eine Steckdose zum Funktionieren benötigen, sind ihre Einsatzgebiete ziemlich groß.

Im folgenden Überblick fassen wir für Dich die wichtigsten Modelle von Elektroheizungen zusammen (sortiert nach Beliebtheit beim Kunden):

  • Radiatoren (Öl-Radiatoren)
  • Konvektoren
  • Heizlüfter
  • Infrarotheizung
  • Elektrische Wandheizung
  • Elektrische Fußbodenheizung
  • Elektrische Fußleistenheizung
  • Sonderfall E-Heizung: Wärmepumpe
  • Nachtspeicherheizung
Ölradiator Steckdose
Der elektrische Heizkörper als Ölradiator zuhause an der Steckdose

Radiatoren (Öl-Radiatoren)

Der Heizkörper eines Radiators ist meist aus einem Metall gefertigt. Denn jeder Radiator lebt von seinen guten Wärmeleiteigenschaften. Zur Vergrößerung ihrer Oberfläche verfügt diese Elektroheizung zudem häufig über Lamellen oder Rippen. Generell ist der Betrieb von Radiatoren mit Warmwasser oder Strom möglich.

Die Heizleistung von Radiatoren entsteht größtenteils durch eine indirekte Wärmestrahlung. Erst erwärmt der Heizkörper sich selbst, dann erwärmt der heiße Heizkörper seine Umgebung. Elektrische Radiatoren sind zu diesem Zweck mit einem Spezialöl gefüllt, welches sich durch Stromzufuhr erwärmt.

„Der elektrische Öl-Radiator ist ein klassischer Strahlungswärmer.“ 

Die Elektro-Radiatoren sind vor allem gut für das Heizen von kleineren Räumlichkeiten geeignet, die nicht ans Heizungssystem angeschlossen sind. Dazu zählen beispielsweise Keller, Garagen oder Gartenhäuser. Für einen sehr großen Raum eignen sie sich eher nicht. Radiatoren sind relativ günstig in der Anschaffung. Einsteigermodelle kannst Du bei dieser Elektroheizung für unter 100 Euro kaufen.

Letztlich hängt der Preis freilich vom Leistungsbedarf und den Ausstattungsmerkmalen ab. Radiatoren sind bei sehr kalten Tagen eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Heizungssystems. Als Hauptheizung sind sie aus Kostengründen aufgrund hoher Betriebskosten derzeit nicht wirklich sinnvoll, zumindest nicht in Deutschland.

Praktischer Hinweis

Radiatoren wiegen etwas mehr und brauchen eine gewisse Aufheizphase. Zudem wirkt ein Radiator eher punktuell. Als klassischer Artikel, der Strahlungswärme nutzt, erwärmt er eher seine direkte Umgebung wie Wände oder Möbel. Diese wiederum geben dann die Wärme an den Raum ab. Beim Kaufen neuer Ölradiatoren solltest Du unbedingt darauf achten, dass die Produkte einen Überhitzungsschutz und eine Frostschutzautomatik besitzen.

Konvektor Heizung
Elektrischer Konvektor mit drei Heizstufen

Konvektor

Ein Konvektor erzeugt eine permanente Luftströmung mit erwärmter Luft und beheizt so den Raum. Nach dem Einschalten saugt diese Elektroheizung Raumluft an und erwärmt diese Luft durch Heizelemente in ihrem Inneren. Schaust Du ins Innere eines Konvektors kannst Du die glühenden Heizwiderstände bzw. Heizdrähte und Heizspulen gut bei der Arbeit beobachten.

Oft sind die Heizelemente in dieser Elektro-Direktheizung senkrecht angeordnet. Die erwärmte Luft steigt nach oben und zwar ganz von allein. Sie entweicht durch die Heizschlitze im Heizkörper in die Raumluft. Mit einem Konvektor heizt Du Räume relativ schnell auf. Lange Phasen des Vorheizens braucht der Konvektor gibt es nicht.

„Die Konvektorheizung ist ein sehr schneller Helfer beim Heizen.“ 

Einrichtungsgegenstände werden bei einem Konvektor nicht so stark punktuell aufgeheizt. Die Heizleistung beim Konvektor wirkt gleichmäßig. Gleichmäßig nach oben versteht sich. Das Abdecken einer Konvektor-Heizung empfiehlt sich aus Gründen des Brandschutz absolut nicht. Denn dann besteht echte Brandgefahr bei solchen Elektroheizungen!

Von Vorteil beim Konvektor ist zudem seine kompakte und leichte Bauweise. Der Konvektor ist im Vergleich beispielsweise sehr viel leichter als ein Radiator. Massive Halterungen für die Wandmontage oder schwere Füße unterm Heizkörper sind für ihn kaum notwendig. Auch sehr dünne Wände halten einen wandhängenden Heizlüfter in Konvektorbauweise spielend leicht aus.

Wie für Radiatoren gilt auch für Konvektoren: Solche Elektroheizungen sind derzeit nicht für den Dauerbetrieb und die komplette Beheizung einer Wohnung oder eines Hauses geeignet, ergo auch nichts für einen großen Raum. Die Energiekosten für den Betrieb wären zu hoch. Als Ergänzung des bestehenden Heizungssystems oder für kleinere Räume ohne eigene Heizung können sie mit ihrem Einstiegspreis von 30 bis 80 Euro jedoch sinnvoll sein.

Kleiner Ratgeber für Allergiker

Manche Menschen finden den durch Konvektoren verursachten Luftstrom über dem Heizgerät angenehm. Andere Menschen, vor allem solche mit Allergien, finden ihn eher unangenehm. Zudem kann die stark bewegte Luft dafür sorgen, dass Staub oder andere Partikel mehr als üblich aufgewirbelt und im Raum verteilt werden. Für Allergiker ist diese Art von Heizung daher häufig nicht geeignet.

Heizlüfter
Der mobile Heizlüfter als Elektroheizung für Garage und Hobbyraum

Heizlüfter

Der Heizlüfter ist prinzipiell eine Fortentwicklung des Konvektors mit größerer Leistung beim Verteilen der erwärmten Luft durch einen stärkeren Lüfter. Wo im Konvektor meist nur ein kleiner Lüfter zum Zuschalten integriert ist, geht es beim Heizlüfter gar nicht anders. Oben oder vorne aus dem Heizlüfter strömt schöne warme Luft. Deshalb ist diese Elektroheizung meist auch etwas lauter als ein Konvektor.

Der mobile Heizlüfter kommt überall dort gerne zum Einsatz, wo Nebenräume ohne eigene Heizungsart schnell für kurze Zeit aufgewärmt werden sollen. Er ist schnell eingepackt, mitgenommen, aufgestellt und angeschlossen. Das ist zum Beispiel in der Garage, im Hobbyraum oder im Badezimmer vom Ferienhaus der Fall.

„Der Heizlüfter ist Dein schneller Begleiter für mobile Wärme in allen Neben- und Hobbyräumen.“ 

Die Funktionsweise des Heizlüfters ist ebenso simpel wie die der Konvektor-Heizung. Durch Strom erwärmt sich das Heizelement. Die angesaugte Luft wird an den Heizelementen entlang geführt und erwärmt sich dadurch. Anschließend verteilt ein leistungsstarker Ventilator die produzierte Wärme mit seiner Kraft im Raum. Nur die Leistung vom Ventilator unterscheidet den Heizlüfter im Wesentlichen vom Konvektor.

Von daher gelten für ihn ähnliche Vorteile und Nachteile wie für den Konvektor. Beheizte Räume sind ohne Aufheizphase schnell warm. Als Hauptheizung taugt er ebenso nicht. Er ist eher etwas für den kleinen als den großen Raum. Sonst wären die laufenden Kosten zu hoch. Dafür ist er sehr günstig zu kaufen: Schon für einen Preis ab ca. 50 Euro ist dieser mobile Heizkörper ist im Handel zu haben.

Praktischer Tipp

Von selbst versteht sich, dass Heizlüfter für Allergiker ebenso ungeeignet sind wie Konvektoren. ABER: Manche Heizlüfter kannst Du an warmen Tagen sogar als kühlenden Ventilator benutzen. Alle Geräte, bei denen Du nämlich die Funktion zum Heizen unabhängig von der zum Lüften steuern kannst, taugen im Sommer prima für eine frische Prise Wind!

Infrarotheizung
Wo ist die Infrarotheizung? Sieht aus wie ein Bild an der Wand!

Infrarotheizung

Die Infrarotheizung erwärmt mit ihrer Infrarotstrahlung Wände, Teppiche, Böden, Decken und überhaupt alle Objekte wie Möbel in einem Raum. Die angestrahlten Objekte speichern dann diese Infrarot-Wärme und geben sie anschließend an die Raumluft ab. Die Heizung mit Infrarot wirkt stets indirekt.

Eine direkte Erwärmung der Raumluft erfolgt mit Infrarot dagegen nicht. Die Wärme durch Infrarotstrahlung wird von vielen Menschen als äußerst angenehm empfunden. Ganz besonders Allergiker genießen den Vorteil der Infrarotheizung, dass diese Art von Heizung keinerlei Staub oder Pollen aufwirbelt, wie es etwa die Konvektionsheizungen alle tun.

„Die Infrarotheizung heizt indirekt und fällt mit dem entsprechenden Design gar nicht als Heizung auf.“ 

Infrarotheizungen haben zudem nur kurze Aufwärmphasen. Besonders vorteilhaft ist die große Vielfalt an Formen, Farben und Möglichkeiten. Eine Infrarotheizung kannst Du daher sogar direkt als Element fürs Design Deiner Wohnräume nutzen. Häufig sieht die Infrarotheizung an der Wand wie ein schönes Bild oder Foto aus. On top haben Infrarotheizungen kaum Wartungsaufwand und sind sehr langlebig.

Allerdings taugt auch die Infrarotheizung nicht als alleinige Hauptheizung, sondern nur als Ergänzung. Richtig gut funktionieren Infrarot-Heizungen zudem trotz schönstem Design nur in gut gedämmten Gebäuden. Andernfalls zeitigt auch diese Art von Elektroheizung einen hohen Energieverbrauch, sodass die Heizkosten im Vergleich dementsprechend teuer ausfallen.

Elektrische Heizmatten
Elektrische Heizmatten taugen auch für die Wandheizung

Elektrische Wandheizung

Eine Wandheizung ist eine Flächenheizung und befindet sich innerhalb der Wandstruktur. Es gibt keine sichtbaren Heizkörper. Neben wasserführenden Heizungen in der Wand gibt es auch elektrische Wandheizungen. Die Elektroheizung in der Wand wirkt über dünne Heizmatten, Heizpaneele oder Carbon-Platten, die sich durch Stromzufuhr aufheizen.

Diese wiederum heizen die ganze Wand auf, die die Wärme an den Raum abgibt. Eine elektrische Wandheizung ist also ebenfalls eine indirekte Heizung, die mit Strahlungswärme arbeitet. Wie für die Heizung mit Infrarot gilt auch hier wieder: Diese Art der Heizung ist nur dann effizient, wenn das Gebäude ausreichend gedämmt ist.

„Mit der Wandheizung unsichtbare und wohlige Strahlungswärme genießen.“ 

Auch ist eine elektrische Wandheizung kaum für die ganzheitliche Erwärmung von Gebäuden geeignet. Sie spielt ihre Vorteile bei der temporären Erwärmung aus. Ein großer und beliebter Einsatzbereich für diese Heizung ist das Bad. Solche Räume werden nicht ständig genutzt und die Strahlungswärme dieser Elektroheizung schafft eine wohlige Atmosphäre.

Für die Installation einer elektrischen Wandheizung werden häufig die Innenseiten von Außenwänden empfohlen, nicht die von Innenwänden. Grund dafür sind geringere Temperaturdifferenzen beim Übergang, sodass sich unangenehme Luftzüge reduzieren. Die Außenwand muss allerdings immer gut gedämmt sein. Andernfalls ist der Wärmeverlust viel zu groß.

Elektrische Paneele Fußbodenheizung
Elektrische Paneele für die Fußbodenheizung

Elektrische Fußbodenheizung

Eine elektrische Fußbodenheizung ist eine indirekt wirkende Elektroheizung mit Heizmatten oder Heizfolien unter dem Bodenbelag. Die Heizelemente befinden direkt in der Bodenstruktur. Du kannst eine elektrische Fußbodenheizung mit den unterschiedlichsten Bodenbelägen kombinieren.

Heizfolien sind besonders für Laminat und Parkett geeignet. Heizmatten dagegen kommen bei Fliesen- und Steinböden zum Einsatz. Die Heizleiter in den Heizfolien und Heizmatten erwärmen sich unter Spannung.

„Nie mehr kalte Füße dank elektrischer Fußbodenheizung.“ 

Anders als bei der wasserführenden Fußbodenheizung ist kein zentraler Wärmeerzeuger für diese Heizung nötig und auch Heizungsrohre brauchst Du dafür nicht zu verlegen. Eine E-Fußbodenheizung benötigt zudem nur eine geringe Aufbauhöhe. Daher eignet sich eine solche Elektroheizung auch gut für renovierte Gebäude.

Allerdings gilt auch hier wieder: Die Dämmung von Gebäuden, die eine elektrische Fußbodenheizung nutzen wollen, sollten besonders energieeffizient sein. Eine elektrische Fußbodenheizung in schlecht gedämmten Immobilien ist ein wahrer Stromfresser. Als Alleinheizung ist auch diese Elektroheizung ohnehin nicht geeignet. Die Stromkosten wären immens.

Beheizte Fußbodenleisten anbringen
Elektrisch beheizte Fußbodenleisten sind echter Luxus

Elektrische Fußleistenheizung

Wer es besonders warm und mollig mag, für den kommt vielleicht auch diese Heizung infrage. Die Fußleistenheizung ähnelt dabei einer Fußbodenheizung. Und auch für sie gibt es neben wasserführenden Systemen elektrische Lösungen und Produkte.

Die Installation der elektrischen Fußleistenheizung erfolgt auf der Höhe der Sockelleisten. Die Anschaffungskosten selbst für diese Elektroheizung sind relativ gering. Eine Fußleistenheizung ergänzt die Hauptheizung besonders an kalten Tagen angenehm.

„Die hübsche kleine Zusatzheizung mit dem süßen Touch fürs nette Design.“ 

Selbstredend ist eine Fußleistenheizung bei den deutschen Strompreisen nicht als Primärheizung gedacht. Wir erwähnen es nur der Sicherheit halber erneut. Die elektrische Fußleistenheizung ist – ganz egal, ob der Raum groß oder klein ist – nur eine Sekundärheizung mit tollem Design.

Toll an einer Fußleistenheizung ist freilich, dass Du sie optisch komplett an Deine eigenen Vorstellungen anpassen und in Deinen Wohnraum integrieren kannst. Sie ist eines dieser hübschen kleinen Designobjekte, die obendrein durch das Heizen noch eine praktische Nutzung erfüllen.

Wärmepumpe Monteur
Ohne elektrische Energie arbeitet auch die moderne Wärmepumpe nicht

Sonderfall E-Heizung: Wärmepumpe

Einen Sonderfall bei der Elektroheizung stellt die Wärmepumpe dar. Dieser Typ Heizung, der die Wärme aus der Umgebung (aus Luft, Wasser oder Erde) gewinnt, benötigt zum Funktionieren ebenfalls elektrische Energie. Je nach Leistungsfähigkeit, genutztem Medium und Dämmung des Gebäudes benötigen diese Heizungen zwischen einem Drittel und einem Fünftel zugeführten Strom.

Das Verhältnis gilt je gewonnener Kilowattstunde (kWh) Wärmeenergie aus der Umgebung. Zur Herstellung einer Heizleistung von 1.000 Watt muss eine gut eingestellte Wärmepumpe beispielsweise nur 200 Watt elektrische Energie beziehen. Eine mit weniger Effizienz arbeitende Wärmepumpe braucht für dieselbe Heizleistung aber gerne mal 350 Watt.

„Sind Wärmepumpen die besseren Elektroheizungen? Ja, in gewissem Sinne trifft das zu!” 

Insofern kann man Wärmepumpen selbstverständlich ebenfalls als Elektroheizung gelten lassen, wenngleich sie zu den Neuheiten auf diesem Markt zählt. Diese Heizungsart gewinnt schließlich die Umgebungswärme erst, wenn sie zu deren Gewinnung einen bestimmten Anteil elektrischer Energie nutzt.

Heizsysteme mit einer Wärmepumpe sind im Normalfall äußerst energieeffizient, günstig im Stromverbrauch und gut für Klima und Umwelt. Als spezielle Elektroheizung findet in dieser Technik freilich keinerlei Verbrennungsvorgang statt. Folglich emittiert diese Technik auch kein CO2, Feinstaub oder Ähnliches. Das macht sie zu einem besonders umweltfreundlichen Heizungssystem.

Weitere Informationen zur Wärmepumpe

Nachtspeicherheizung Nachtspeicherofen
Schon lange im Sortiment: Nachtspeicheröfen entstammen einer durchaus effizienten Idee

Nachtspeicherheizung

Eine traditionelle Erfindung aus der Zeit, als Nachtstrom noch deutlich billiger zu kaufen war als Tagstrom. Wie das geht? Na folgendermaßen: Eine Nachtspeicherheizung besitzt einen veritablen Wärmespeicher. Der für die erzeugte Wärme benötigte Strom wird in den Nachtstunden (seinerzeit zum günstigen Tarif) geliefert.

Nach der Wärmeerzeugung erfolgt dann die Wärmespeicherung mit Speicherkernen aus Magnetit. Bei Bedarf geben Nachtspeicheröfen die gespeicherte Wärme dann tagsüber ab. Dafür saugen Lüfter in der Heizung kühlere Raumluft an, leiten sie über die erwärmten Speicherkernsteine und geben die warme Luft zurück an den Raum.

„Die Nachtspeicherheizung arbeitet (nur dann) wirtschaftlich, wenn der Strompreis stimmt.“ 

Die Raumtemperatur regelst Du bei Nachtspeicheröfen wie üblich über ein Thermostat. Auch bei dieser Heizung brauchst Du keinen Brennstoff zu lagern oder dessen Reste zu entsorgen. Zudem ist auch diese Heizung wunderbar genügsam bei der Wartung und ihren Kosten, relativ günstig in der Anschaffung und einfach einzubauen. Allerdings taugt auch diese elektrische Heizungsart immer weniger als Alleinheizung. Warum?

Weil der Vorteil der Nachtspeicherheizung eindeutig in der Nutzung eines günstigeren Tarifs für Nachtstrom liegt. Die Preise für Strom insgesamt und die für Nachtstrom sind aber in den letzten Jahrzehnten in Deutschland stark angestiegen. Der Nachtstromtarif verlor zudem viele seiner Steuervorteile, die er hierzulande mal hatte. Damit werden auch moderne Nachtspeicherheizungen leider immer mehr zum teuren Vergnügen.

Strompreise Europa Statistik
Auf den Preis achten: Strompreise in Europa 2021 © Eurostat

Kosten, Stromverbrauch und Wirtschaftlichkeit

Elektroheizungen sind besonders deswegen so attraktiv, weil die Investitionskosten für die simplen Heizsysteme anfangs so gering sind. Natürlich summieren sich die Kosten, wenn Du alle Räume mit einer Elektroheizung ausstatten willst. Aber im Vergleich zu anderen Heizarten bleiben Stromheizungen bei der Anschaffung immer unschlagbar günstig.

Im Gegensatz zu vielen anderen Heizarten sparst Du Dir nämlich die Kosten für den Heizungskessel, die Heizungsrohre und den Pufferspeicher. Die Fachbetriebe für deren Einbau kannst Du Dir obendrein sparen. Zusätzlich hast Du bei einer Elektroheizung wenig bis gar keine Wartungskosten. Denn Heizarten wie die Stromheizung sind nicht störanfällig.

„Die konventionelle Elektroheizung ist als Primärheizung in Deutschland kaum wirtschaftlich zu betreiben!“ 

Aber neben der Anschaffung, der Installation und der Wartung sind selbstverständlich die laufenden Kosten bei einer Kalkulation entscheidend. Die Betriebskosten einer Elektroheizung zehren die preislichen Vorteile oftmals wieder auf. Denn Du nutzt keine eher günstigen Primärenergieträger, sondern eben Strom. Der ist teuer in Deutschland.

Er wird zudem durch große Energiedienstleister produziert und geliefert. Das ist naturgemäß mit Risiken beim Preis und bei der Liefersicherheit verbunden. Zudem treten bei der Wärmeerzeugung mit Strom und beim Stromtransport weitere Effizienzverluste auf. Die damit verbundenen Kosten landen am Ende immer beim Verbraucher. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.

Blick über den Tellerrand

Andere Länder, andere Sitten: Während Nachtspeicherheizungen und Elektroheizungen allgemein in Deutschland eher ein Nischendasein als Sekundärheizung genießen, heizen die Menschen in anderen Ländern ganz wie selbstverständlich primär mit Strom. Besonders in Frankreich sind Elektroheizungen nach wie vor gang und gäbe. Freilich gibt es dort aber auch die elektrische Energie bis zu 50 Prozent billiger und vor allem den Nachtstrom sehr viel günstiger.

Photovoltaik Dach Einfamilienhaus
Elektroheizung mit Solartechnik wie Photovoltaik unterstützen

Elektroheizung mit Photovoltaik unterstützen

Der Betrieb einer Elektroheizung zusammen mit einer Photovoltaikanlage ist eine sinnvolle Kombination. Allerdings sollte Dein Haus sehr energieeffizient sein, damit sich der Einsatz von Elektroheizungen wirtschaftlich rechnet. Denn die Sonne schickt Dir zwar keine Rechnung, dafür aber die Hersteller einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers.

Die sog. Stromgestehungskosten – also alle Kosten, die beim Erzeugen von Strom mit erneuerbaren Energien zusammenkommen – treten an die Stelle der Stromrechnung. Auch erneuerbare Energie hat ihren Preis. Willst Du heizen, wenn es wirklich notwendig ist, also in der kalten Jahreszeit oder am Abend, brauchst Du für die Wirtschaftlichkeit einer selbst genutzten PV-Anlage zudem einen ordentlichen Stromspeicher.

„Auch mit eigenem Solarstrom kannst Du derzeit keine Elektroheizung autark nur für Dich mit ausreichend Energie versorgen.” 

Der größte aktuelle Stromspeicher wird zwar auch nicht ausreichen, damit Du Dich und Deine Heizung komplett selbst mit Strom versorgen kannst. Auf Dauer nicht einmal dann, wenn Du noch zwei E-Autos mit rückführbarem Strom als zusätzliche Speicher zum Kreislauf dazu koppelst.

Die Kapazitäten eines guten Stromspeichers bringen Dich aber – vor allem in Kombination mit einer Wärmepumpe – überhaupt erst einmal in die Nähe, dass Du richtig Geld für elektrische Energie sparen kannst. Die Anschaffungskosten dafür sind aber nicht ganz billig. Denn für eine größere Photovoltaik Anlage plus Stromspeicher plus Wärmepumpe plus zwei bidirektionale Wallboxen laufen insgesamt schnell mal Kosten von ca. 50.000 Euro auf.

KfW-Zentrale Frankfurt/Main
Die KfW ist ein großer Förderer von umweltfreundlichen Heizungen © KfW-Bildarchiv / Thorsten Futh

Förderung einer Elektroheizung

Nicht alles von solch hohen Investitionskosten musst Du freilich alleine stemmen. Der Staat greift Dir mit etlichen Programmen der Förderung tatkräftig unter die Arme. Für eine reine Elektroheizung gibt es zwar keinen Cent Förderung! Für Wärmepumpen, PV-Anlagen und Maßnahmen der besseren Dämmung gibt es allerdings schon jede Menge Förderung.

Im Grunde gibt es Förderung für jedes anerkanntermaßen ökologisch sinnvoll ausgerichtete Heizungssystem. Viele Maßnahmen, die weg von fossilen Energien und hin zu mehr Energieeffizienz führen, werden gefödert. Häufig kann ein erheblicher Teil der Investitionen für eine Maßnahme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden.

Bei der Förderung einer Wärmepumpe zum Beispiel sind Fördersätze von 25 bis 40 Prozent möglich!

Wichtiger Hinweis

Die Förderung Deiner neuen Wärmepumpe bzw. anderen Fördermaßnahme musst Du unbedingt vor Beauftragung der Fachbetriebe beantragen und genehmigt bekommen. Erst nach Genehmigung und Zusage darf der Handwerker starten.

Weitere Informationen zum Thema kannst Du in unserem Beitrag Förderung von nachhaltigen Heizungen finden.

Bedienung Heizung smart
Die Bedienung einer E-Heizung kann smart und komfortabel sein
Stromzähler
Der Stromzähler freut sich meist nicht, wenn Du zuviel mit Strom aus der Steckdose heizt

10 Vorteile und Nachteile der Elektroheizung

Das Heizen mit einer Elektroheizung hat wie das Heizen mit jeder anderen Heizart seine Vorteile und seine Nachteile. Vor einer Neuanschaffung solltest Du ganz wertungsfrei zum Beispiel wissen, wie hoch Dein Heizbedarf ist, um die beste Heizung für Deine individuellen Bedürfnisse zu finden. 
Ob die Vorteile die Nachteile der Elektroheizung in Deinem Einzelfall überwiegen, das Werten der Faktoren also, kannst Du gerne mit unserem kurzen Überblick selbst vornehmen:

Vorteile der Elektroheizung  Nachteile von Elektroheizungen 
Klima und Umwelt:
Wenn Du ausschließlich mit einem Tarif für Naturstrom oder Ökostrom heizt bzw. nur Deinen selbst erzeugten Ökostrom aus Solar, Wind oder Wasser zum Heizen nutzt, dann liegen die ökologischen Vorteile einer solchen Elektroheizung auf der Hand: Deine Geräte heizen dann CO2 neutral und erzeugen auch sonst keine klimaschädlichen Emissionen.
Wirkungsgrad:
Der systemische Wirkungsgrad bzw. die Heizwirkung von Elektroheizungen ist geringer als bei anderen Heizarten. Das gilt schon für die elektrischen Heizgeräte selbst. Das gilt aber umso mehr bei der Nutzung von Strom, der aus Kraftwerken stammt, die ihn mit fossilen Brennstoffen erzeugen. Darüber hinaus verschlechtert sich der Wirkungsgrad insgesamt zudem noch durch Verluste beim Stromtransport.
Preis Unabhängigkeit:
Mit Elektroheizungen bist Du etwas unabhängiger vom Öl- und Gasmarkt, zumindest indirekt solange der Strom für Deine Heizung nicht durch Angebote aus Erdöl oder Erdgas erzeugt wird.
Preis Abhängigkeit:
Mit Elektroheizungen bist Du abhängig vom Strommarkt. Schwanken die Strompreise stark oder entwickeln sie sich kontinuierlich weiter nach oben, verteuert das Deine laufenden Kosten auf Dauer.
Preis Anschaffung:
Elektroheizungen sind im Vergleich mit anderen Heizungen häufig sehr viel günstiger in der Anschaffung. Ihr Preis beim Kauf stellt oft zunächst ein wirtschaftlich unschlagbares Angebot dar. Ob sie deshalb aber unbedingt eine bessere Option sind, solltest Du in punkto Wirtschaftlichkeit prüfen.
Wirtschaftlichkeit:
Die Betriebskosten von Elektroheizungen sind im Vergleich mit anderen Heizungen erheblich. Der Preis für Strom ist in Deutschland auf einem Höchststand, Tendenz weiter steigend. Der praktische Stromverbrauch hängt allerdings von den bauphysikalischen Gegebenheiten Deines Gebäudes (Dämmung bzw. Möglichkeiten der eigenen Stromerzeugung) und von Deinem individuellen Heizverhalten (Menge erzeugte Wärme) ab.
Wartung:
Das Produkt Elektroheizung ist sehr wartungsarm. Der Aufwand und die Kosten für die Wartung sind im Vergleich zu anderen Heizungen extrem niedrig. Im Grunde sind die meisten Elektroheizungen nahezu wartungsfrei.
Zuverlässigkeit:
Manche Elektroheizungen wie die Nachtspeicherheizung sind in ihrer Kontinuität begrenzt. Muss diese Speicherheizung in sehr kalten Jahreszeiten sehr viel zuheizen, kann sie am Abend (kurz vor dem elektrischen Wiederaufheizen) vielleicht keine Wärme mehr liefern.
Komfort:
Elektroheizungen lassen sich einfach und häufig bereits smart steuern und bedienen. Sie bieten höchsten Komfort und erzeugen keinerlei Staub und Dreck. Die erzeugte Wärme wird direkt aus Strom aus der Steckdose gewonnen. Platz im Haus für eine große Heizungsanlage ist nicht notwendig. Ebenso entfällt das Verlegen und Pflegen von Rohren, Ventilen, Speichern usw durch Fachbetriebe. Du benötigst obendrein keinen Platz zum Lagern von Brennstoffen.
Sortiment Auswahl:
Es gibt ganz viele verschiedene Arten von Stromheizungen. So hast Du die große Auswahl. Du entscheidest, welche Heizungsart zu welchem Preis von welchem Unternehmen zu Deinen individuellen Bedürfnissen am besten passt.
FAQ
Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

FAQ online: Ratgeber mit Tipps zur Elektroheizung

Wie sinnvoll ist eine Elektroheizung?

Eine elektrische Heizung ist oft eine günstige Sache beim Kaufen. Allerdings ist sie ebenso häufig eine teure Sache beim Stromverbrauch. Das liegt an den hohen Strompreisen in Deutschland. Es gibt aber Situationen, in denen eine Elektroheizung eine gute Ergänzung, praktische Übergangslösung oder ein prima Kompromiss sein kann.

Wo lohnt es sich mit Strom zu heizen?

Bewusst mit Strom zu heizen, das lohnt sich nur in kleinen und gelegentlich genutzten Räumen. Die Stromheizung kann bei ihrer Verbrauchsintensität trotz all ihrer sonstigen Vorteile meist nur eine Ergänzung zur Hauptheizung sein. Da brauchst Du keinen Test und keinen Ratgeber. Da musst Du nur rechnen. Denn alles andere macht Dich arm!

Ist eine Elektroheizung teurer als eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist eine Art von elektrischer Heizung. Allerdings einer, die nur teilweise elektrischen Strom nutzt, um damit hauptsächlich die Energie der Umgebung als Wärme nutzbar zu machen. Eine reine Elektroheizung hingegen ist zwar sicherlich günstiger bei der Anschaffung als eine Wärmepumpe, aber deutlich teurer bei den laufenden Kosten.

Was kostet eine Stromheizung im Monat?

Wie viel Kosten beim Heizen mit Strom auflaufen, hängt von Deinem Heizverhalten ab. Würdest Du zum Beispiel ein Einfamilienhaus mit einer Heizlast von jährlich 25.000 kWh alleine mit Strom heizen wollen, müsstest Du bei einem Strompreis von 33 Cent pro kWh mit 8.250 Euro pro Jahr oder 687,50 Euro pro Monat rechnen.

Hat Heizen mit Strom Zukunft?

Beim Heizen mit Strom stimmt die Zukunftsperspektive, wenn die Umstände stimmen. Heizen mit einer Wärmepumpe hat große Zukunft, in Kombination mit Photovoltaik ganz besonders. Gelegentliches Heizen mit anderen Elektroheizungen in Nebenräumen hat ebenso Zukunft. Und Heizen mit einer modernen Nachtspeicherheizung hat zumindest dort Zukunft, wo günstige Preise für Nachtstrom angeboten werden.

Ratgeber alternative Heizungssysteme:

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