Dämmung von Haus und Wohnung

Verfasst von: Michael Claus
Zuletzt aktualisiert am:
Dämmung
In diesem Artikel
  • Dein Überblick über die häufigsten Varianten und Informationen zum Thema Dämmen! 
  • Dämmstoffe: Was sind das für Materialien und was können sie? 
  • Tipps finden, woran man Qualität, Service und Vorteile einer guten Dämmung erkennt.

Wärmedämmung, Kältedämmung, Schalldämmung, Dämmstoffe, Sanierung, Neubau usw. – für jeden Zweck gibt es das passende System zum Dämmen. Der richtigen Dämmung kommt in Zeiten steigender Kosten für Energie und zunehmenden ökologischen Bewusstseins eine immer größere Bedeutung zu.

Eine solide Dämmung spart Energie. Sie sorgt für ein angenehmes Wohlfühlklima. Und sie schützt die Bausubstanz von Haus oder Wohnung.

Alles kann gegen alles gedämmt werden. Wände, Dach und Decken dämmen hält die Wärme drinnen und die Kälte draußen. Dank Schalldämmung kann kein Lärm mehr die Wände, Decken und Dächer passieren.

Für jeden Zweck lässt sich unter Einsatz diverser Dämmtechniken und Dämmstoffe die perfekte Dämmung bauen. Apropos Dämmstoffe: Diese Materialien gehören heute zu den mit am besten erforschten Baumaterialien überhaupt!

Fassadendämmung Wand
Fassadendämmung ist neben Dachdämmung ein top Thema, wenn es um die Dämmung geht

Was bedeuten die Begriffe Dämmung und Dämmstoff? 

Als Dämmung bezeichnet man alle geeigneten Maßnahmen und Technologien, bei denen der ungewollte Austausch von thermischer Energie oder Schall reduziert wird. Die Dämmstoffe sind die bei diesen Verfahren eingesetzten Materialien, die durch ihre Eigenschaften die thermische Energie oder den Schall nur schlecht leiten und somit deren Übertragung effektiv behindern. 

Grundsätzlich gibt es im Vergleich zwei verschiedene Varianten von Dämmung:

  1. Wärmedämmung (bzw. als Spezialfall davon: Kältedämmung) 
  2. Schalldämmung 

Die vier üblichsten und häufigsten Dämmungen in Deutschland in der Übersicht:

  1. Fassadendämmung 
  2. Dachdämmung 
  3. Deckendämmung 
  4. Dämmung von Keller oder Bodenplatte 

Wer sich aktiv für eine gute Dämmung entscheidet, weiß den großen Wert von Wärme und Ruhe wirklich zu schätzen. 

Die Wärmedämmung verhindert dabei die Abgabe von Wärme an die Außenwelt (z.B. die vom Inneren in Haus oder Wohnung an die Luft). Eine gute Dämmung bietet gerade im Winter große energetische Vorteile. Zuweilen wird die Wärmedämmung aber auch als Kältedämmung konzipiert, nämlich dann, wenn die Abgabe von Kälte an die Umgebung (z.B. die von Kühlkammern und temperierten Geräten und Räumen) unerwünscht ist. 

Die Schalldämmung wiederum isoliert Räume und Gebäude gegen Lärm. Sie unterbindet folglich die ungewollte Weiterleitung von Luftschall bzw. Körperschall (z.B. Straßenlärm oder Fluglärm) von außen nach innen oder die von Arbeitsschall von innen nach außen (z.B. Lärm aus Proberäumen von Musikbands oder von lauten Gewerbebetrieben). Mit einer guten Schalldämmung wird das Leben rund um die Uhr einfach leiser.

Dämmstoff Mineralschaum einsprühen
Ein Handwerker sprüht den konventionellen Dämmstoff Mineralschaum als Ortschaum in die Dämmung ein
Schafwolle ökologischer Dämmstoff
Schafwolle wird als ökologischer Dämmstoff (neben Hanf, Jute und Kork) im Vergleich der Materialien immer beliebter

Dämmstoffe: ihre Stärken, Eigenschaften und Einsatzgebiete

Materialien für die Dämmung zum modernen Bauen und Sanieren gibt es in Hülle und Fülle. Dämmstoffe für die Anwendung im Außenbereich, im Innenbereich, im Dach, in der Kellerdecke, im Fußboden, für Wände usw. Für jeden Bereich gibt’s den passenden Dämmstoff. Grob überschlagen kannst Du beim Kaufen heute aus mehr als 30 gebräuchlichen Produkten zum Dämmen wählen. Da fällt die Suche leicht. Nur das Vergleichen und das Entscheiden sind zuweilen richtig schwierig. 

Jedes Material zum Dämmen besitzt spezifische Eigenschaften. Die einen Dämmmaterialien eignen sich besser zur Wärmedämmung, andere besser zur Schalldämmung. Einige Materialien punkten auf beiden Gebieten, erzielen aber physikalisch auf keinem im jeweiligen Einzelfall die Höchstwerte. Wie nun also das richtige Dämmmaterial beim Vergleichen finden? Die Lösung heißt Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS). Alle Komponenten eines Systems ergänzen sich. 

„Wichtig ist beim Dämmen: Bleib stets und bewusst im geeigneten System!“

Denn alle Komponenten eines WDVS sind präzise aufeinander abgestimmt. Der Fachmann oder Dein Energieberater wissen, was für Dein Projekt das beste WDVS-System ist. Allgemein setzen ca. zwei Drittel aller Bauherren momentan auf Wärmedämm-Verbundsysteme, die mit expandiertem Polystyrol (EPS bzw. „Styropor“) bzw. extrudiertem Polystyrol (XPS) arbeiten. Das EPS oder XPS, meist als Dämmplatte, ist leicht zu verarbeiten, dämmt gut und bietet aus Kostensicht eine richtig günstige Isolierung.

Beliebt ist als Dämmmaterial auch Mineralwolle, die einen hohen Brandschutz aufweist. Aus der Sicht von mehr Ökologie und Nachhaltigkeit werden zudem Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfasern, Hanf, Jute, Kork, Zellulose oder Schafwolle immer beliebter. Diese Artikel sind gut für Umwelt und Gesundheit. Allerdings sind diese Artikel und Varianten im Vergleich auch deutlich teurer als beispielsweise Styropor. 

13 Merkmale, auf die es bei Dämmstoffen ankommt, in der Übersicht (Merkliste von A-Z)*: 

  • Art der Rohstoffe (konventionell künstlich oder nachhaltig natürlich) 
  • Brandschutz (Brandsicherheit, Verhalten im Brandfall) 
  • dynamische Steifigkeit der Produkte (wichtig für den Schallschutz) 
  • Form der Lieferung (lose oder gebundene Dämmstoffe) 
  • Lebensdauer der Artikel 
  • Preise & Kosten 
  • Rohdichte der Artikel 
  • Umweltverträglichkeit (sowohl beim Bauen, Nutzen als auch beim späteren Entsorgen) 
  • Verfügbarkeit (nicht immer ist jeder Artikel schnell verfügbar) 
  • Wärmeleitfähigkeit der Artikel
  • Wärmespeicherkapazität 
  • Wasseraufnahmefähigkeit 
  • Wasserdampfdiffusionswiderstand 

*fett gedruckt die wichtigsten Eigenschaften zum Vergleichen in der Merkliste

Mineralwolle guter Dämmwert
Konventionelle Mineralwolle oder ökologische Wolle aus Hanf überzeugen beide durch gute Ergebnisse bei der Innendämmung für Wände und Decken

Die 12 besten Dämmstoffe zur Wärmedämmung und Schalldämmung zugleich (Übersicht geordnet nach Effizienz Wärmeleitfähigkeit): 

Produkte Dämmstoff nach Material finden  Wärmeleitfähigkeit U-Wert in λR = W/(m²K)* Artikel für Schalldämmung geeignet?
Polystyrol (Platten)  0,030 ja 
Mineralwolle aus Glaswolle oder Steinwolle (Platten, Dämmwolle) 0,032-0,040 ja
Holzfaserdämmung (Platten) 0,037-0,050 ja
Flachsfaser (Filz, Klemmfilz)  0,040 ja 
Hanffaser (Platten) 0,040 ja
Schafwolle (Filz, Klemmfilz) 0,040 ja
Zellstoff (Verbundelemente) 0,040 ja
Zelluloseflocken (zum Einblasen)  0,040 ja 
Kork (Platte oder Granulat)  0,045 ja 
Stroh (Ballen)  0,045 ja 
Schilfrohr (Platten)  0,060 ja 
Holzwolle (Leichtbauplatten) 0,090 ja 

*entspricht der sog. Wärmeleitstufe (WLS)

Die 12 besten Dämmstoffe nur zur Wärmedämmung ohne Schalldämmung (Übersicht geordnet nach Effizienz Wärmeleitfähigkeit): 

Produkte Dämmstoff nach Material finden  Wärmeleitfähigkeit U-Wert in λR = W/(m²K)* Artikel für Schalldämmung geeignet?
Vakuumdämmung (Platten) 0,003–0,008 eher nein
Aerogel (Matten) 0,015–0,017 eher nein
Resolhartschaum 0,020–0,025 eher nein
Polyisocyanurat = PIR 0,023–0,026 eher nein
Polyurethan = PUR (Platten) 0,024–0,025 nein
Polyesterfaser (Vlies) 0,035–0,040 eher nein
Magnesiumoxidzement (Ortschaum) 0,037 eher nein
Isocyanat (Spritzschaum) 0,037 eher nein
Blähperlit (Schüttung) 0,039–0,050 eher nein
Schaumglas (Platten oder Granulat) 0,040–0,052 nein
Blähglas (Schüttung) 0,040–0,060 eher nein
Porenbeton 0,080–0,210 nein

*entspricht der sog. Wärmeleitstufe (WLS) 

Neubau Außenwände Fertigteil Dämmung
Beim Fertighaus-Neubau sind die Außenwände oft schon bei der Lieferung fertig mit Dämmung versehen
Neubau Dach Dachstuhl Aufsparrendämmung
Standard im Neubau von Dach und Dachstuhl ist die Aufsparrendämmung

Top Dämmung für den Neubau 

Die Dämmung im Neubau ist gesetzlich vorgeschrieben. Es stellt sich also eher weniger die Frage, ob Du dämmst, sondern eher wie viel und welche Wärmedämmung Du in Betracht ziehst. Denn unterm Strich und auf lange Sicht sparen gut gedämmte Gebäude nicht nur Kosten beim Heizen, sondern ihre Bausubstanz hält auch länger. Gutes Vergleichen bei jeder der Varianten lohnt sich also!

Bei der Dämmung für Neubauten stehen in der Regel folgende drei Varianten im Fokus: 

  1. Fassadendämmung: Die Dämmung von Fassaden bzw. die Dämmung der Außenwände kann ein enormes Einsparpotenzial in Sachen Wärmeverluste realisieren. Ein gutes Kosten-Leistungs-Verhältnis beim Bauen vom neuen Haus oder der neuen Wohnung bietet beispielsweise ein modernes Wärmedämmverbundsystem. Ein modernes WDVS für die Fassade benutzt moderne Baustoffe, moderne Produkte und moderne Verfahren. 
    Das WDVS wird als Dämmung auf der Außenwand angebracht und verschwindet abschließend hinter dem Putz der Fassade. Ergänzend kannst Du für Deinen Neubau auch auf eine besonders starke Wanddicke setzen. Gern gesehen und oft nachgefragt als Fassadendämmung bzw. WDVS ist der sog. Isolierklinker. Er sieht gut aus und hält die Wärme gut im Haus. 
    Wenn die finanzielle Seite nicht die Hauptrolle spielt und Deine Dämmung ein bisschen mehr kosten darf, ist auch die sog. hinterlüftete Vorhangfassade eine gute Alternative. Die lässt sich nämlich sehr viel individueller gestalten. Die Dämmung der Fassade solltest Du in Deiner Kalkulation (je nach Art der eingesetzten Produkte) mit 20 bis 350 Euro pro Quadratmeter veranschlagen. 
  2. Dachdämmung: Die Dachdämmung ist nach der Fassadendämmung die zweitwichtigste Dämmung am Haus. Schließlich stellt die reine Dachfläche oft auch die zweitgrößte Fläche dar und ist somit eines der größten Bauteile am Gebäude. Hier kannst Du viel Energie und Heizkosten sparen oder eben verlieren. 
    Die Dämmung vom Dach bei Neubauten erfolgt heute in aller Regel auf dem Sparren, also als sog. Aufsparrendämmung. Energetisch gesehen ist das die beste Variante der Dachdämmung. Bei Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern wird diese Dämmung oft noch durch eine Zwischensparrendämmung unterstützt. Anders als bei der Sanierung von Altbauten fallen die Kosten dafür jedoch günstiger aus. 
    Denn beim Neubau musst Du ja zuvor keine alten Bauteile und Baustoffe entfernen. Bei den Kosten für die Anschaffung solltest Du mit 50 bis 140 Euro pro Quadratmeter je Artikel einer Dämmungsstufe planen. Wünschst Du das energetische Maximum sein, also sowohl Aufsparrendämmung als auch Zwischensparrendämmung, dann rechne mindestens mit 190 Euro je Quadratmeter. 
  3. Dämmung Keller bzw. Bodenplatte: Bei der Dämmung des Kellers Deines Neubaus solltest Du Dir vorher eine Übersicht verschaffen und wirklich Gedanken machen, wie Du den Keller später nutzen möchtest. Wird er aktiv zum Wohnen oder für Hobbys mitgenutzt, solltest Du den Keller stärker und rundum dämmen. Planst Du den Keller nur als Abstellraum, Garage oder gelegentlichen Funktionsraum ein, reicht es, wenn Du nur dessen Decke (die Kellerdecke) speziell dämmst. 
    Beim Finden von preiswerten Lösungen für den letztgenannten Verwendungszweck stehen Dir Dämmplatten (von unten) oder eine preiswerte Kerndämmung (direkt in der Kellerdecke) zur Verfügung. Gerade beim Neubau stehen Dir sowieso alle Optionen offen. Denn die Aushubarbeiten im Erdreich finden für den Keller ohnehin statt. 
    So lassen sich ohne großen Mehraufwand die Bodenplatte oder die Außenwände auch gleich mit einer Perimeterdämmung ausstatten. Die moderne Perimeterdämmung ist derzeit die wirksamste aller Kellerdämmungen. Je nachdem, welche der Varianten für Dich infrage kommt, kalkuliere für die Kellerdämmung mit Kosten von 20 bis 180 Euro je Quadratmeter.
Fassade Altbau Innendämmung natürlichen Materialien
Prächtige Fassaden im Altbau sollten am besten mit einer Innendämmung aus natürlichen Materialien gedämmt werden
Altbau Dach hinterlüftet
Klassisch hinterlüftetes Dach im Altbau, das die Feuchtigkeit wie ein Filter aus dem Gebäude leitet

Varianten der Dämmung im Altbau 

Was ist ein Altbau überhaupt? Für manche Leute ist ein Haus aus den 1990er Jahren schon ein Altbau, andere verorten alle Häuser ab dem Jahre 1970 darunter. In Wirklichkeit werden als Altbau jedoch die Gebäude bezeichnet, die vor 1949 erbaut worden sind. Also bevor nach dem Zweiten Weltkrieg und seinen Zerstörungen in Deutschland zum Beispiel Fenster mit Isolierglas und Materialien wie Beton zum baulichen Standard beim Neubau wurden. 

Bei der Sanierung der Dämmung von Altbauten stehen oft folgende zwei Varianten im Fokus: 

  1. Fassadendämmung: Die Dämmung der Fassade im Altbau ist ein sensibles Thema. Viele Besitzer alter Gebäude fürchten sich bei der Dämmung vor Schäden. Ganz besonders wird Schimmel gefürchtet. Fassadendämmung alter Feldsteinhäuser oder Fachwerkhäuser muss aber nicht zwangsweise zu Schimmel führen. Der Befall mit Schimmel passiert häufig nur dann, wenn nicht fachgerecht gedämmt wird. 
    Wärmedämmverbundsysteme für Neubauten eignen sich eben nicht unbedingt gleichermaßen gut für Altbauten. Deinen Altbau kannst Du dennoch mit einer brauchbaren Isolierung versehen. Es gibt erprobte WDVS für Altbauten. Ist die Fassade besonders schön oder steht gar unter Denkmalschutz, dann empfiehlt sich etwa eine entsprechende Innendämmung mit ökologischen, diffusionsoffenen Materialien. 
    Das Verfahren ist zwar aufwändiger als bei Neubauten und die Räume werden danach etwas kleiner. Es ist aber machbar. Bewährt für die behutsame Innendämmung sind beispielsweise Faserplatten aus natürlichen Materialien, die abschließend mit Lehmputz verputzt werden. So hat der Schimmel keine Chance. In punkto Kosten solltest Du hier Preise von 35 bis 300 Euro pro Quadratmeter (Dämmstoff und Montage) einrechnen. 
  2. Dachdämmung: Der Altbau hat Charakter, das ist sein Charme. In Sachen Dach dämmen gehört zum Charme dazu, dass die meisten Altbauten in Deutschland ursprünglich mit einem sog. Kaltdach errichtet wurden. Kaltdächer sind nicht gedämmt, weil sie hinterlüftet sind. So leiten sie Feuchtigkeit aus dem Gebäude und schützen ebenfalls vor Schäden wie Schimmel. Diese Konstruktionsweise lässt allerdings nur bestimmte Varianten der Dachdämmung zu, soll die Sanierung nachträglich erfolgen. 
    Wird der Dachstuhl und die Eindeckung nämlich nicht komplett mit saniert, wirst Du sogar nur zwei Varianten finden: die Zwischensparrendämmung und die Untersparrendämmung. Mit Kosten von 60 bis 90 Euro für die Zwischensparrendämmung bzw. 50 bis 70 Euro für die Untersparrendämmung solltest Du beim Kalkulieren (Dämmstoff, Dampfsperre und Montage) gut dabei sein. Willst du beides, summieren sich die Posten.
    Wird der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt, bietet sich alternativ auch noch die Dachbodendämmung an. Letztere verursacht im Vergleich die geringsten Kosten bei der Sanierung des Dachs im Altbau. Denn dabei wird nicht das eigentliche Dach gedämmt, sondern nur die oberste Geschossdecke. Das hilft bares Geld sparen. Das Kaltdach selbst bleibt ungedämmt und hinterlüftet.
FAQ Fragen Antworten
Schnell Antworten auf die wichtigsten Fragen finden

FAQ online: Ratgeber mit wertvollen Tipps rund ums Dämmen 

Sehr viele Bauherren, Hauskäufer und Immobilienbesitzer stellen oft die richtigen, aber eben auch dieselben Fragen rund ums Thema Dämmung. Wir wollen Dir an dieser Stelle das Finden der richtigen Informationen dazu ein bisschen erleichtern. So kannst Du besser vergleichen! Im Folgenden findest Du unsere kleine Merkliste mit den besten Tipps zu den häufigsten Fragen und Antworten rund ums fachgemäße Dämmen. 

Übersicht: Top 11 der Antworten auf die wichtigsten Fragen zum korrekten Dämmen!

  1. Was ist der beste Dämmstoff?

    In der Theorie ist ein Vakuum der ultimativ beste Dämmstoff. Wärmeleitung, Konvektion oder Schallübertragung sind im Vakuum unmöglich. Dieser Dämmwert ist unschlagbar. In der Praxis sind Dämmstoffe und Produkte mit Vakuumtechnologie allerdings sehr teuer. 
    Zudem sind solche Produkte empfindlicher als andere Materialien, was die Lieferung bzw. den Versand, den Einbau und den Schutz (zum Beispiel vor Witterung usw.) betrifft. Deshalb sind diese Produkte am Markt auch eher noch eine Randerscheinung. 

  2. Was bedeutet der U-Wert?

    Der U-Wert, auch Wärmedurchgangskoeffizient oder lax Dämmwert genannt, zeigt dem Verbraucher an, wie viel Wärme durch einen bestimmten Artikel oder Bauteil hindurchgeht. Er besagt also, wie gut oder schlecht bestimmte Produkte Wärme passieren lassen. 
    Der Wert wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin angegeben. Je kleiner der Dämmwert, desto besser die Dämmung. Aktuell darf der erlaubte U-Wert am Ende höchstens bei 0,24 W/(m²K) liegen. 

  3. Wie dick ist eine gute Dämmung?

    Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Je nachdem, welcher Gebäudeteil zu welchem Zweck (Fassadendämmung, Dachdämmung, Innendämmung usw.) gedämmt wird und welches Dämmmaterial verwendet wird, unterscheidet sich die Stärke der Dämmung. 
    Sogar die Wand selbst (Innenwände, Außenwände, Steinwände, Betonwände, Holzwände usw.) bestimmen mit, welche Schichtdicke die Materialien haben sollten. Genaueres kann Dir im Einzelfall stets Dein Energieberater oder Fachhandwerker sagen. 

  4. Woran erkenne ich die Qualität von Dämmstoffen?

    Die Herstellung geprüft guter Dämmstoffe unterlag früher der Aufsicht und den Vorschriften der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM). Dieses Verfahren ist im Zuge der europäischen Deregulierung entfallen. 
    Du erkennst die gute Qualität von Dämmstoffen aber weiterhin an der freiwilligen Fortführung entsprechender Gütezeichen, wie etwa der DIN-Norm. Teilweise haben Herstellerverbände inzwischen auch eigene Güte- oder Qualitätskriterien eingeführt. Orientiere Dich am besten am seriösen Vergleich Dritter, ob eine bestimmte Marke oder spezielle Artikel und Produkte halten, was sie versprechen. 

  5. In welchen Gesetzen werden die Regelungen rund ums Dämmen in Deutschland geregelt?

    Seit dem 1. November 2020 regelt das Gebäudeenergiegesetzt (GEG) die Pflichten und Vorgaben rund um die Gebäudedämmung. Hinsichtlich der Vorschriften zum Dämmen gelten weiterhin die Werte der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016. 

  6. Ist Dämmen Pflicht?

    Nein, Dämmen ist generell nicht Pflicht! Die Betonung liegt allerdings auf „generell“. Denn auf der einen Seite gibt es in Deutschland keine allgemeine Pflicht, die Fassade oder das Dach zu dämmen. Auf der anderen Seite gibt es aber sehr wohl Vorgaben, wo in bestimmten Bereichen eine Pflicht zum Dämmen besteht.
    Obligatorisch gedämmt werden müssen beispielsweise (Merkliste von A-Z): 
    – das Dach oder die oberste Geschossdecke
    – Fassaden (neue Fassaden bzw. bei Instandsetzung von mehr als 10 Prozent der Fassadenfläche)
    – förderfähige Neubauten
    – Heiz- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen

  7. Ich habe ein Haus gekauft, wie lange Zeit bleibt mir für die Sanierung der Pflichtdämmungen?

    Nach dem Kauf eines Hauses haben die neuen Besitzer zwei Jahre Zeit, der Pflicht zum Dämmen in den bestimmten Bereichen durch Modernisieren nachzukommen. Gleiches gilt für weitere Pflichten aus dem GEG, wie etwa dem Austausch alter Heizkessel oder Feuerungsanlagen. 

  8. Gelten Ausnahmen für die bestimmten Dämmpflichten?

    Ja, es gelten Ausnahmen. Im Wesentlichen sind das drei Ausnahmen:
    1. Wenn private Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern zum Beispiel schon vor 2002 selbst in diesen Häusern gewohnt haben, unterliegen sie nicht den gesetzlichen Dämmpflichten. 
    2. Ein Dach oder eine oberste Geschossdecke, die den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 einhalten, müssen nicht extra nachgedämmt werden. 
    3. Denkmalgeschützte Gebäude, bei denen der Aufwand für obligatorische Dämmmaßnahmen unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde, sind ebenfalls von der Dämmpflicht befreit. Hier gilt bei der Sanierung die Einzelfallbetrachtung.

  9. Gibt es für Maßnahmen zur Dämmung eine Förderung durch den Staat?

    Ja, die gibt es. Es gibt verschiedene Förderprogramme. Welche Förderung die optimale für Dich ist – ob als Kredit oder als Zuschuss zur Sanierung von der KfW, ob als Einzelförderung durch das BAFA usw. – besprichst Du am besten mit Deinem Energieberater oder Fachbetrieb. Die können jede Förderung für alle Produkte fachlich versiert vergleichen und beraten Dich professionell zum Thema individueller Förderung. 

  10. Können Mieterinnen und Mieter verlangen, dass ihre Mietwohnung energetisch saniert (und besser gedämmt) wird?

    Nein, das können sie nicht. Die Einhaltung der gesetzlichen Dämmvorschriften ist Sache des Eigentümers und Vermieters. Da für die Seite der Eigentümer über die Vorgaben des GEG hinaus aber keine allgemeine Dämmpflicht besteht, kann die Seite der Mieter auch keine energetische Sanierung verlangen.

  11. Welche Marken stehen bei der Dämmung für Qualität?

    Es gibt etliche bekannte deutsche und internationale Markenhersteller, die sich im Laufe der Zeit einen guten Ruf erworben haben. Wir empfehlen Dir beispielsweise (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Produkte dieser zehn Hersteller in unserer kleinen Übersicht für gute Dämmstoffe (Merkliste von A-Z):
    – BASF
    Isover (bei Profis besonders beliebt)
    – Knauf Insulation
    – puren
    Rockwool (bei Profis besonders beliebt)
    – STEICO
    – Sto
    – Styrodur
    – URSA
    – Xella

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