Solartechnik: Photovoltaik und Solarthermie

Verfasst von: Michael Claus
Zuletzt aktualisiert am:
Solartechnik
In diesem Artikel
  • Die Energie der Sonne nutzen, um Strom zu produzieren und Wasser zu erwĂ€rmen. 
  • Ökonomisch und ökologisch: Schlaue Konzepte fĂŒr thermische Lösungen!    
  • Sparen durch effiziente Investitionen in Projekte, die erneuerbare Energien nutzen.

Solartechnik? Schon jeder weiß, dass sie funktioniert. DafĂŒr brauchts eigentlich keine Beratung mehr. Aber noch viel zu wenige Menschen nutzen sie wirklich bewusst und effizient!

Mit der Energie der Sonne lĂ€sst sich heute durchaus wirtschaftlich Strom erzeugen. Solartechnik zum Wasser erwĂ€rmen und als UnterstĂŒtzung der Heizung ist ebenfalls ein immer wichtiger werdendes Thema. 

Du hast ein helles GrundstĂŒck mit GebĂ€ude? Du bist auf der Suche nach einer Solaranlage? Du willst keine Energien mehr verschwenden? Bei uns kannst Du mehr darĂŒber erfahren, wie Du von Solartechnik profitieren kannst.

Wir erklĂ€ren Dir den groben Überblick. Wir geben Dir praktische Tipps zu Vorteilen und Nachteilen an die Hand. Dazu noch hilfreiche Tipps zu Anlagen und Wartung. Das alles und so manche Info mehr kannst Du in diesem Artikel finden! 

Haus Photovoltaik Solarthermie
Das eigene Haus durch effiziente Technologien wie Photovoltaik und Solarthermie modernisieren

Was gehört zur Solartechnik? 

Unter dem Begriff Solartechnik ist jede Technik zusammengefasst, die Energie von der Sonne in irgendeiner Weise nutzt, um daraus Energien etwa fĂŒr die Anwendung im Haus zu produzieren. Mit Sonnenenergie kannst Du WĂ€rme gewinnen, also heizen oder elektrischen Strom erzeugen. Erste Energie nennt man ProzesswĂ€rme. Bei der zweiten Energie geht es um den sog. grĂŒnen Strom. 

Manche bezeichnen die umgangssprachliche Solartechnik technisch prĂ€ziser auch als Solarenergietechnik. Im technischen Prozess nutzt Solartechnik allein die kostenlos zur VerfĂŒgung stehende Energie der Sonneneinstrahlung zur Energieerzeugung. Manche Solaranlage braucht weitere EnergietrĂ€ger fĂŒr den Betrieb, manche nicht. Unterm Strich erzeugen sie aber alle Energie!

„Suchen hat ein Ziel. Das heißt Finden! Bei moderner Solartechnik finden Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit zusammen.“

Es gibt verschiedene Solaranlagen, die verschiedene technische Prozesse nutzen. Neue Produkte, die fĂŒr EigentĂŒmer von Immobilien – vor allem von Wohnimmobilien – in Frage kommen, sind ausnahmslos dezentrale Lösungen. Hier ein kleiner Überblick ĂŒber diese Lösungen, die normale Verbraucher am meisten interessieren dĂŒrften (von A-Z)

Wallbox Solarstrom Auto
Wallbox mit eigenem Solarstrom betreiben? Clevere Idee!
Heizung Architektur Solar
Heizung durch Architektur: der Trend zur Solararchitektur wird stÀrker
  • ElektromobilitĂ€t: Solarenergie als UnterstĂŒtzung fĂŒr die eigene Ladestation bzw. Wallbox vor dem Haus? Gibt’s natĂŒrlich schon! Den eigenen Solarstrom beispielsweise von der eigenen Photovoltaikanlage zum Tanken bzw. Laden nutzen und damit doppelt sparen. Das ist doch mal ein Ansatz, der echt smart klingt. Braucht Planung, lohnt sich aber. Finden wir! 
  • Photovoltaik: Eine Photovoltaik-Anlage wandelt Sonnenenergie in elektrische Energie um. Die sog. Solarzellen fangen die Solarenergie ein und verarbeiten deren energetisches Potenzial. Mit Photovoltaik (einer sog. PV-Anlage) erzeugst Du Deinen eigenen Strom. Braucht natĂŒrlich ebenso Planung, lohnt sich aber ebenso!
  • Solarthermie: In einer Solarthermie-Anlage kannst Du Wasser oder andere zumeist flĂŒssige WĂ€rmetrĂ€ger durch die Sonnenergie erwĂ€rmen. Die sog. Kollektoren fangen die Solarenergie ein und verarbeiten deren thermisches Potenzial. Das erwĂ€rmte Wasser oder Fluid wird generell zur Warmwassererzeugung oder zur UnterstĂŒtzung der Heizung genutzt. Funktioniert wunderbar!
  • Solararchitektur: Werden GebĂ€ude – entweder direkt beim Neubau oder Altbauten bei Sanierung bzw. Modernisierung – daraufhin optimiert, wie sie bautechnisch die vorhandene Sonnenenergie optimal nutzen können, spricht man von Solararchitektur. Das gilt vor allem fĂŒr moderne PassivhĂ€user, helle WintergĂ€rten oder auch sich weitgehend selbst heizende Carports.
  • Solar-GewĂ€chshaus: Was fĂŒr die Solararchitektur am und im Wohnhaus gilt, gilt freilich auch fĂŒr das GebĂ€ude zur Nutzung von Garten und Landwirtschaft. Mit solaroptimierten GewĂ€chshĂ€usern, FrĂŒhbeeten und Folientunneln kannst Du ebenfalls die Energie der Sonne als Heizung bzw. VerstĂ€rkung der Heizung zur Aufzucht und Kultur Deiner Pflanzen nutzen. 
  • Solarkocher: Kochen draußen bei Camping oder Zelten kann so einfach sein? Ja klar, mit einem Solarkocher zum Beispiel und zwar ganz ohne große Planung oder Beratung. Solche simplen Produkte bĂŒndeln meist Sonnenstrahlen mit einem transportablen Parabolspiegel. Der wiederum erhitzt einen BehĂ€lter, in dem Du dann kochen, braten, backen, grillen oder sogar frittieren kannst. Kochen mit Sonnenlicht? Geht ganz einfach mit einem Solarkocher! 
  • Solarspeicher: So richtig nutzen können Verbraucher, die ihre eigene Solarenergie erzeugen, den grĂŒnen Strom meist erst dann, wenn sie ihn auch speichern können. Dazu brauchst Du einen Energiespeicher mit ordentlich Leistung. Nicht sofort genutzte Strommengen mĂŒssen so nicht verloren gehen oder fĂŒr wenig Geld eingespeist werden. Sie können fĂŒr die spĂ€tere Nutzung vorgehalten werden. Deine elektrische Selbstversorgung rund um die Uhr steigt durch einen guten Stromspeicher enorm!
  • Solar-Stirling: Das ist der eigentlich stĂ€rkere Bruder von Photovoltaik! In solchen Anlagen wird Solarenergie zunĂ€chst in mechanische Energie umgewandelt. Die Sonne treibt ĂŒber einen Parabolspiegel solarthermisch einen sog. Stirling-Motor an. Der wiederum hĂ€lt einen Generator in Schwung, der letztlich elektrischen Strom produziert. Solar-Stirling-Anlagen erreichen einen bis zu 30 % besseren Wirkungsgrad als klassische Photovoltaik-Anlagen. Jedoch sind sie sehr groß und teuer! FĂŒr Privatiers sind sie einfach noch nicht wirtschaftlich genug.
Camping Solarkocher
Kleine Idee, große Lösung: Kochen bei Camping, Garten und Outdoor mit dem Solarkocher
Stromspeicher Solar
Die Selbstversorgung mit Solarstrom rund um die Uhr braucht Speicher mit viel Leistung

Technik im Detail: Solarzellen, Stromspeicher und Kollektoren 

Viele Systeme und Anlagen der Solartechnik finden bereits eine breite Anwendung. Diesen Bestsellern der Solartechnologie widmet sich dieser Abschnitt. Dazu gehören die Solarzellen, die in einem Solarmodul die Strahlungsenergie, also das Licht von der Sonne, in elektrische Energie umwandeln. Ebenso gehören dazu die Stromspeicher, in denen der Strom zur spĂ€teren Nutzung gespeichert wird. Und freilich betrifft das die Kollektoren etwa zur Warmwasserbereitung. 

  • Solarzellen im Solarmodul 
  • Stromspeicher 
  • Solarkollektoren
Solarmodul Solarzellen Aufbau
Jedes Solarmodul besteht prinzipiell aus Solarzellen und denselben essentiellen Elementen ©Alejo Miranda/Shutterstock.com

Info Solarzellen im Solarmodul: 

Die Solarzelle wird in der Fachsprache auch photovoltaische Zelle genannt. Deshalb entstand der Begriff Photovoltaik fĂŒr diese Art der Solartechnik. Die einzelne Zelle ist ein relativ simples elektrisches Bauelement, das die Strahlungsenergie der Sonne direkt in elektrische Energie umwandelt. 

So dient die Photovoltaik zur Erzeugung von ElektrizitĂ€t, ergo als Stromquelle. Der physikalische Effekt, der das leistet, ist der photovoltaische Effekt. Elektronen in der Solarzelle gehen beim Auftreffen des Sonnenlichts in eine andere Schicht ĂŒber. Daraus entsteht ein Stromfluss. Solarzellen sind also nichts anderes als großflĂ€chig nebeneinander angeordnete Dioden. 

Solarzellen lassen sich technisch nach verschieden Kriterien unterscheiden, die da lauten (von A-Z): 

  • Halbleitermaterial: Silizium, Cadmiumtellurid, Galliumarsenid und sog. Tandem-Solarzellen, bei denen verschiedene Materialien kombiniert werden 
  • Kristallstruktur: kristallin und amorph 
  • Materialdicke: DĂŒnnschichtzellen und Dickschichtzellen

Aktuell bestehen die im Handel erhĂ€ltlichen Solarzellen und PV-Module ĂŒberwiegend aus Silizium. Die Leistung von Solarzellen wird gemessen in Watt Peak als Maß fĂŒr die maximale Leistung, die ein GerĂ€t unter optimalen UmstĂ€nden erreichen kann. Die AbkĂŒrzung dafĂŒr lautet Wp bzw. kWp (Kilowatt Peak). Gute Solarmodule erreichen momentan einen Wirkungsgrad von 21 bis 22,6 Prozent. Solide Photovoltaik-Module erreichen mindestens 19 bis 20 Prozent Wirkungsgrad. 

„Info zur EinschĂ€tzung einer guten Beratung: Wichtig ist beim Vergleich der Anlagen die Unterscheidung von Wirkungsgrad und Nennleistung!“

Aktuelle gute Nennleistungen liegen je Solarmodul zwischen 350 und 450 Wp. Einige Module haben jedoch vor allem eine hohe Leistung, weil sie viel FlĂ€che belegen. Andere mit einem hohen Wirkungsgrad haben eine hohe Leistung, weil sie mehr Strom auf weniger FlĂ€che produzieren. Und bei allem nicht vergessen: Mehr Module wiegen auf dem Dach auch mehr! 

Hast Du also viel stabile DachflĂ€che zur VerfĂŒgung, lohnt es sich fĂŒr Dich vielleicht auf gĂŒnstigere chinesische Module mit einem Wirkungsgrad bis zu 20 Prozent zurĂŒckzugreifen. Ist Dein Angebot an FlĂ€chen auf dem Dach eher kleiner, solltest Du lieber top Produkte mit einem höheren Wirkungsgrad wĂ€hlen. Das Ergebnis an Strom kann in Summe dasselbe sein. 

Solaranlage Stromspeicher Haus Fenster
Eine Anlage mit intergriertem Stromspeicher hilft Dir mehr beim Sparen Â©petrmalinak/Shutterstock.com

Info Stromspeicher: 

Wenn Du Dich fĂŒr eine Solaranlage entscheidest, empfehlen wir Dir, Dich auch fĂŒr einen Stromspeicher zu entscheiden. Nur mit einem Speicher profitierst Du maximal von Deiner Solaranlage. Den Strom, den Du erzeugst, kannst Du dann auch nutzen, wenn gerade keine Sonne scheint. Das lohnt sich mehr als das Einspeisen quasi fĂŒr „Nichts“ beim örtlichen Netzanbieter.

Bist Du beispielsweise tagsĂŒber nicht zu Hause, kannst Du den gespeicherten Solarstrom am Abend verwenden, um Licht anzumachen, TV zu sehen, zu kochen oder auch um im Internet zu surfen. Du machst Dich so viel unabhĂ€ngiger von deinem Energieversorger. Ganz nebenbei senkst Du Deine Stromkosten fĂŒr zugekaufte ElektrizitĂ€t erheblich!

Was gute Stromspeicher können oder beinhalten sollten (von A-Z): 

  • Allgemein: Wir empfehlen Dir generell lieber die AusfĂŒhrung als Lithium-Ionen-Akkus anstatt als Blei-Akkus. Die Lithium-Ionen-Akkus haben diverse Vorteile gegenĂŒber denen aus Blei. 
  • GrĂ¶ĂŸe: Die durchschnittliche GrĂ¶ĂŸe bzw. KapazitĂ€t eines Stromspeichers fĂŒr Deine selbst betriebene Solaranlage auf dem Dach oder im Garten liegt aktuell in Deutschland zwischen 7 und 10 kWh. 
  • Ladetiefe: Von großem Vorteil ist bei Lithium-Ionen-Akkus die Entladetiefe von rund 90 Prozent. Die Blei-Akkus auf der anderen Seite können dagegen nur zu etwa 65 Prozent entladen werden. 
  • Angebot: Durchgesetzt haben sich deshalb seit einiger Zeit die Lithium-Ionen-Akkus. Diese Akkus besitzen auch eine erheblich lĂ€ngere Lebensdauer als Blei-Akkus. Das betrifft sowohl die kalendarische Lebensdauer als auch fĂŒr die Anzahl der Ladezyklen. 
  • Umweltfreundlichkeit: Dass der Vergleich der UmweltvertrĂ€glichkeit ebenso zugunsten der Lithium-Ionen-Akkus ausfĂ€llt, versteht sich von selbst. Ein hoher Anteil von Blei in Akkus ist immer problematisch fĂŒr die spĂ€tere Entsorgung. 
  • Verbrauch: Ohne einen Speicher kannst Du im Durchschnitt nur ca. 30 Prozent Deiner erzeugten Energie wirklich selbst nutzen. Mal scheint die Sonne nicht, mal bist Du nicht zuhause usw. Durch einen guten Speicher kannst Du hingegen bis zu 60 oder sogar 80 Prozent von Deinem Strom selbst verbrauchen. Das lohnt sich! 
  • Wirkungsgrad: Lithium-Ionen-Akkus haben mit 95 Prozent einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als Blei-Akkus, die nur knapp ĂŒber 80 Prozent erreichen. 

Besonders interessant ist in unserem kleinen Ratgeber noch zu erwĂ€hnen, dass sich auch das NachrĂŒsten alter Solaranlagen mit modernen Akkus lohnt. Inzwischen wurde in Deutschland in jeder zehnten Altanlage (10 Jahre oder Ă€lter) schon ein neuer Stromspeicher nachgerĂŒstet. Das rechnet sich fĂŒr Dich, gerade wenn es um stĂ€rkeren Eigenverbrauch und Energieautonomie geht. 

„Den eigenen Strom zu speichern und zu verbrauchen lohnt sich fast immer. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“

Wie lange ein Speicher hĂ€lt und Leistung liefert, ist aufgrund des jungen Alters der Technik noch nicht ganz gesichert. Es gibt Unternehmen, die garantieren bei Kauf eines Garantiepakets 15 oder 20 Jahre Laufzeit auf ihre Speicher, wobei die SpeicherkapazitĂ€t nicht mehr als 20 Prozent abfallen darf. 80 Prozent KapazitĂ€t sind dann also versprochen. Artikel mit unter 10 Jahren Garantie solltest Du nicht wĂ€hlen. 

Flachkollektoren sind die Bestseller bei der Nutzung der Solarthermie
Flachkollektoren sind die Bestseller bei der Nutzung der Solarthermie

Info Solarkollektoren: 

Sog. Solarkollektoren bzw. Solarthermie-Kollektoren können sich im konkreten Aufbau immer etwas unterscheiden. Alle Kollektoren arbeiten jedoch nach einem Ă€hnlichen Prinzip. Fast alle besitzen zudem einen sog. Absorber als HerzstĂŒck. Dieser Absorber nimmt die Energie der Sonne auf, die auf den sichtbaren Kollektor trifft, und ĂŒbertrĂ€gt sie auf einen geeigneten WĂ€rmeĂŒbertrĂ€ger

Einige Kollektoren arbeiten dabei mit Luft, die meisten mit Wasser oder einem Wassergemisch aus Wasser und dem Frostschutzmittel Glykol, dem sog. Solarfluid. Dieses Mittel zur WĂ€rmeĂŒbertragung kreist permanent im System. Die gewonnene WĂ€rme gibt es an einen Speicher bzw. Pufferspeicher ab. Der setzt es zur ErwĂ€rmung von Brauchwasser oder zur UnterstĂŒtzung der Heizungsanlage ein. 

Die hĂ€ufigsten Solarthermie-Kollektoren sind (von hĂ€ufig bis wenig gefragt):  

  • Flachkollektoren: Flachkollektoren sind mit 90 Prozent der am meisten verbaute Typ. Sie haben ein gutes VerhĂ€ltnis von Preis und Leistung. Diese Kollektoren werden von Laien auf den ersten Blick gerne mit Solarmodulen verwechselt. GeschĂŒtzt unter robustem Solarglas zirkuliert der Absorber in Rohren aus Kupfer und nutzt den wĂ€rmenden Glashaus-Effekt. Flachkollektoren gelten als robust und langlebig. 
  • Röhrenkollektoren: Anders als beim Flachkollektor zirkuliert der Absorber bei einem Röhrenkollektor, wie der Name schon sagt, in einer Röhre. Mehrere Röhren sind nebeneinander angeordnet. Im Inneren der Röhren herrscht rings um den Absorber ein Vakuum. Dieser Aufbau macht diese Kollektoren extrem effizient. Sie erzielen im Sommer wie im Winter einen Wirkungsgrad von ĂŒber 90 Prozent. 
  • Luftkollektoren: Diese Lösungen sind eine Randerscheinung. Sicherlich sind sie kostengĂŒnstig und wartungsarm. DafĂŒr sind sie mit einem Wirkungsgrad von 50 bis 75 Prozent aber auch nicht gerade besonders leistungsfĂ€hig. Luftkollektoren saugen frische Außenluft an, erwĂ€rmen sie solar und leiten sie zurĂŒck ins GebĂ€ude. Im Prinzip machen Luftkollektoren wirtschaftlich nur Sinn, wenn Du zum Beispiel ohnehin schon parallel eine Luftheizung wie eine WĂ€rmepumpe betreibst. 
  • Hybridkollektoren: Solche Kollektoren sind auch eher Produkte fĂŒr die richtige Nische. Hybridkollektoren kombinieren das Prinzip des Solarkollektors mit dem des Solarmoduls. So eine Anlage erzeugt sowohl ProzesswĂ€rme zur UnterstĂŒtzung von Heizung oder Warmwasser als auch Solarstrom. Diese Artikel sind vergleichsweise teuer, haben aber den großen Vorteil, dass sie wenig Platz benötigen. 
  • Schwimmbad-Kollektoren: Eher seht selten trifft man diese Kollektoren. VerstĂ€ndlich, denn sie kommen nur fĂŒr GebĂ€ude in Frage, die ĂŒberhaupt einen Pool haben. Beim Schwimmbadkollektor fließt das Poolwasser meist durch einen Mattenabsorber und wird von diesem erwĂ€rmt, bevor es wieder zurĂŒck ins Becken strömt. Diese Kollektoren sind gĂŒnstig, ihr Wirkungsgrad aber eher gering. 

Generell kommt in jedem Solarthermie-Kollektor also ein viel einfacheres technisches Prinzip zur Anwendung als im Solarmodul. Vergleichen kannst Du es gerne mit Deiner Gartendusche! Ja, Du hast richtig gehört. Sicher erinnerst Du Dich, was passiert, wenn Du einen dunklen Gartenschlauch in die Sonne legst. Dann kommt nach ein paar Minuten Sonneneinstrahlung heißes Wasser heraus. Das Grundprinzip ist sehr einfach. 

„Solarthermie rechnet sich zur Warmwasserbereitung und zur UnterstĂŒtzung der Heizung.“

Weil es bei der Solarthermie-Anlage um die Nutzung von ProzesswÀrme geht, nennt man sie auch SolarwÀrme-Anlage. Im nachhaltigen Gesamtkonzept von Heizung, DÀmmung und Energetisierung Deines Bauprojekts können Solarthermie-Anlage eine sinnvolle ErgÀnzung sein.

RegelmĂ€ĂŸiger Wartungsservice vom Fach-Partner schĂŒtzt die LeistungsfĂ€higkeit und Langlebigkeit Deiner Anlage
RegelmĂ€ĂŸiger Wartungsservice vom Fach-Partner schĂŒtzt die LeistungsfĂ€higkeit und Langlebigkeit Deiner Anlage

Wartung von Solartechnik 

Eine gute gewartete Anlage arbeitet effizienter und sichert Deine ErtrĂ€ge. Allein mit der Reinigung der Module oder Kollektoren ist es dabei nicht getan. FĂŒr optimale Leistungen braucht es eine optimale FunktionstĂŒchtigkeit. Solartechnik sollte deshalb regelmĂ€ĂŸig der technischen ÜberprĂŒfung eines Service Partner unterzogen werden. 

Bei einer professionellen Wartung werden alle wichtigen technischen Teile und Komponenten daraufhin ĂŒberprĂŒft, ob sie effiziente Leistungen liefern. Neben dem Test werden dabei fĂŒr gewöhnlich auch die Anlagen gleich fachmĂ€nnisch mit gereinigt. Doch worauf kommt es genau an bei der Wartung? Welche Informationen und Tipps sind wichtig? 

  • Wartung der Photovoltaik-Anlage: Bei der Pflege der Photovoltaik-Anlage wird unter anderem gecheckt, ob alle Solarmodule korrekt befestigt sind, die Kabelverbindungen fest verbunden sind und der Solarspeicher richtig funktioniert. Außerdem kĂŒmmern sich die Techniker auch gleich um den Test vom Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. 
    Teilweise nutzen die Techniker dabei auch gleich die Gelegenheit, um die Software der PV-Anlage auf den neuesten Stand zu updaten. Eine professionelle Wartung der Photovoltaik-Anlage durchfĂŒhren zu lassen, empfiehlt sich mindestens im Turnus alle drei bis vier Jahre. Wirklich sicher ist man hierbei bei einem Turnus von zwei Jahren. 
  • Wartung der Solarthermie-Anlage: Bei der Pflege einer Solarthermie-Anlage wird insbesondere geprĂŒft, ob die SolarflĂŒssigkeit (Solarfluid) im System noch die nötige QualitĂ€t besitzt und wie angedacht zirkulieren kann. Der Check vom ph-Wert und vom enthaltenen Frostschutz ist dabei obligatorisch. 
    Gute Techniker prĂŒfen bei der Gelegenheit auch immer gleich den Zustand der Rohre mit, da beispielsweise bei fehlerhafter Isolation viel Energie und WĂ€rme verloren gehen kann. Ebenfalls dem regelmĂ€ĂŸigen Check-Turnus unterliegt die korrekte Funktion von Pumpen und Reglern. Eine professionelle Wartung der Solarthermie-Anlage durchfĂŒhren zu lassen, empfiehlt sich im Turnus alle zwei Jahre.
Um die Planung, Beratung und Finanzierung zu einer Solaranlage am besten mit dem Fachmann kĂŒmmern
Um die Planung, Beratung und Finanzierung zu einer Solaranlage am besten mit dem Fachmann kĂŒmmern

Kosten von Solartechnik 

Auch wenn die genutzte Sonnenenergie selbst kostenlos ist, denn die Sonne schickt Dir keine Rechnung, ist die Anschaffung eines Solarsystems freilich nicht ganz fĂŒr Umme zu haben. Im Gegenteil, wĂ€hrend die Wartung kaum Geld verschlingt, ist die Finanzierung einer Photovoltaik-Anlage bzw. die einer Solarthermie-Anlage anfangs doch recht kostenintensiv. 

„Im Schnitt entstehen Dir bei einer Photovoltaik-Anlage mit einer Nutzungsdauer von 20 Jahren etwa 10 Cent pro Kilowattstunde an Kosten.“

Da die gekaufte ElektrizitĂ€t vom Versorger heute in der Regel ĂŒber 30 Cent kostet, lĂ€ge Deine Ersparnis also mindestens bei etwa 20 Cent pro kWh. Eine Solarthermie-Anlage ist preiswerter in der Anschaffung. So oder so sind Photovoltaik und Solarthermie im Preis-Leistungs-Vergleich aber deutlich gĂŒnstiger als zum Beispiel eine Kleinwindkraftanlage fĂŒr private Nutzer.

Wir haben Dir in der folgenden Übersicht mal ein paar hilfreiche Beispiele zur Orientierung zusammengestellt: 

Lösungen Kosten*
Photovoltaik 
  • Modul: Ein preiswertes Modul für sich allein kostet aktuell zwischen 200-350 Euro je kWp bzw. 250-350 Euro je Modul. Doch Solarmodule machen bei einer Anlage nur 20-30 Prozent der Kosten aus.
  • Weitere Elemente: Zusätzlich zu den eigentlichen Solarmodulen fallen noch Ausgaben in Höhe von ca. 1.200-1.500 Euro je kWp an für AC-Installation, Gerüst, Montage, Planung (Gewinn), Unterkonstruktion, Solarkabel und Wechselrichter.
  • PV-Anlage (ohne Speicher)**: Das in Deutschland durchschnittliche System mit 28 Modulen, die eine Leistung von 7 kWp*** liefern, verursacht insgesamt Kosten von mindestens etwa 10.500-13.000 Euro.
  • Stromspeicher: Die üblichen Speicher kosten momentan zwischen 7.000-20.000 Euro zuzüglich der Kosten für Einbau, die nochmals mit etwa 1.000-2.500 Euro zu Buche schlagen.
  • PV-Anlage (mit Speicher)**: Das in Deutschland durchschnittliche System mit 28 Modulen, die eine Leistung von 7 kWp*** liefern, kostet mit Speicher (je nach Speicherleistung) insgesamt mindestens etwa 18.500-35.000 Euro.
Solarthermie 
  • Kollektoren: Flachkollektoren für sich allein kosten ca. 300 Euro je m2, Röhrenkollektoren ca. 600 Euro je m2.
  • Weitere Elemente: Zusätzlich zu den eigentlichen Solarthermie-Modulen fallen noch Kosten an für Pumpen und Rohre an.
  • Solarthermie-Anlage nur für Warmwasser**: Die durchschnittliche Solarthermie-Anlage allein zur Warmwassererzeugung für einen Haushalt von 4 Personen benötigt 6 m2 Flachkollektoren oder 4 m2 Röhrenkollektoren. Sie kostet im Durchschnitt ca. 5.000 Euro.
  • Solarthermie-Anlage für Warmwasser und zur Unterstützung der Heizung**: Die durchschnittliche Solarthermie-Anlage sowohl zur Warmwassererzeugung als auch zur Heizungsunterstützung für einen Haushalt von 4 Personen benötigt 12 m2 Flachkollektoren oder 8 m2 Röhrenkollektoren. Sie kostet im Durchschnitt ca. 10.000 Euro.
Wartung von Photovoltaik und Solarthermie 
  • Pauschal: Für die Pflege der Anlage selbst kannst Du pro Jahr mit rund 150 Euro bei Photovoltaik und 100 Euro bei Solarthermie rechnen. Die professionelle Reinigung der Module oder Kollektoren schlägt nochmals mit 2-3 Euro je m2 zu Buche. Das Wasser dafür bezahlst ebenfalls Du.
  • Mit Vertrag: Sowohl für die klassische Photovoltaikanlage als auch für die Solarthermieanlage kannst Du alternativ auch feste Wartungsverträge abschließen. Dann kannst Du noch ein paar Euro sparen.
Solarkocher 
  • Solargrill und Solarkocher: Diese kleinen handlichen Produkte für Camping und Outdoor gibt’s im Handel ab etwa 90 Euro. Richtig gute Geräte gibt es ab etwa 170 Euro.

*Die Kosten verstehen sich als Preise fĂŒr den Endverbraucher. 
**SchlĂŒsselfertige Anlage einschließlich Mehrwertsteuer und Montage. Je nach Projekt und VerfĂŒgbarkeit bestimmter Zubehörteile kann der Preis (trotz sinkender Modulpreise) nach oben abweichen. 
***Die konkreten Leistungen von Photovoltaikanlagen sind durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Als ungefĂ€hre SchĂ€tzung kannst Du veranschlagen, dass Du je installiertem kWp etwa 800-1.200 kWh ElektrizitĂ€t pro Jahr erzeugst. Eine Anlage mit 7 kWp erzeugt pro Jahr im Durchschnitt folglich rund 7.000 kWh Solarstrom. 

BAFA-Zentrale Eschborn
Das BAFA zum Beispiel fördert Solarkollektoranlagen fĂŒr Eigenheimbesitzer

20 Vorteile und Nachteile von Solaranlagen

Du interessierst Dich stark fĂŒr das Thema Solartechnik und bist auf der Suche nach Beratung und Ideen? Oder steckst Du schon mitten in der Entscheidungsfindung? Dann bedenke: Die neue Solartechnik hat wie jede Technik gleichfalls Sonnen- wie Schattenseiten. In unserer Übersicht kannst Du alle wichtigen Informationen und Tipps zu Vorteilen und Nachteilen einer Solaranlage schnell ĂŒberblicken (von A-Z): 

Thema Vorteile  Nachteile 
Förderung 
  • Du kannst zahlreiche offizielle Fördermittel beantragen und erhalten (beispielsweise gibt’s neben der Bundesförderung auch noch die Förderung der Länder, Kommunen und Versorger über verschiedene Programme für Solartechnik).
  • Der bürokratische Aufwand, um die Förderung zu erhalten, ist mitunter erheblich. Also benötigst Du am besten Hilfe von einem Experten (zum Beispiel von einem Energieberater oder Fachbetrieb, der Dich beim Beantragen der richtigen Förderung berät).
Haltbarkeit 
  • Solarmodule haben eine lange Lebenszeit, liefern 25 Jahre und länger zuverlässig elektrische Energie.
  • Solaranlagen sind pflegearm und benötigen nur geringe Wartung.
Kosten (sparen) 
  • Die Stromerzeugung an sich ist nach Investition und Installation nahezu kostenfrei.
  • Selbst erzeugte Energie senkt Deine Stromrechnung und macht Dich unabhängiger vom örtlichen Versorger.
  • Selbst erzeugter Strom schützt Dich vor steigenden Strompreisen.
  • Für nicht selbst genutzte Elektrizität, die Du ins Stromnetz einspeist, erhältst Du eine Einspeisevergütung.
  • Weil Solaranlagen wartungsarm sind, verursachen sie nur geringe Wartungskosten.
  • Solartechnik macht das Laden Deines E-Autos für Dich quasi kostenlos.
  • Solartechnik erfordert beim Kauf eine hohe Anfangsinvestition für die Anschaffung und Installation der Anlage samt aller Komponenten.
  • Beim Mieten einer PV-Anlage entfallen zwar die hohen Einmalkosten am Anfang, über die Jahre rechnet sich ein Kauf dennoch oft mehr als eine Miete.
Nachhaltigkeit 
  • Solarstrom ist sauber und emissionsfrei, sie schützt das Klima (Du erzeugst damit kein CO2, keinen Feinstaub und keinen Ruß).
  • Bei der Herstellung von Solartechnik werden Ressourcen in nicht unerheblichem Umfang verbraucht.
Platzbedarf 
  • Solartechnik nutzt für gewöhnlich Platz, der ohnehin nicht für andere Zwecke benötigt wird (beispielsweise Flächen auf dem Dach).
  • Solartechnik benötigt eine gewisse Menge (im Vergleich eher viel) Platz auf dem Dach oder im Garten. Auch fĂŒr den Speicher braucht es etwas Platz im Keller.
VerfĂŒgbarkeit 
  • Die regenerative Energie von der Sonne steht Dir tagsüber dauerhaft zur Verfügung.
  • Die Menge der Energieerzeugung ist abhängig von Lage (Anzahl der Sonnenstunden am Standort), Wetter, Tageszeit und Jahreszeit.
Werthaltigkeit 
  • Solartechnik wirkt wertsteigernd und wertet den Marktpreis von Deinem Gebäude effektiv auf.
  • Du kannst eine Solaranlage beim Umzug nicht einfach schnell mal mitnehmen.

FAQ online: Ratgeber mit guten Tipps zur Solartechnik

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

Eine Photovoltaikanlage wandelt die Kraft der Sonne in PV-Modulen in elektrischen Strom um. Der kann direkt genutzt oder in Stromspeichern gespeichert werden. Eine Solarthermieanlage nutzt die Sonneneinstrahlung, um in Kollektoren Wasser bzw. eine Fluidlösung zu erwÀrmen. Die WÀrme kann direkt genutzt oder in einem Pufferspeicher gespeichert werden.

Welche Solartechnik ist besser?

Das lĂ€sst sich schwer vergleichen. Die eine Solartechnik liefert elektrische Energie, die andere warmes Wasser. Es kommt also darauf an, welche Energie Du nutzen möchtest. Stellt man nur auf den Wirkungsgrad ab, ist Solarthermie effizienter! Gute PV-Module haben heute einen Wirkungsgrad von max. 23 Prozent, gute Flachkollektoren dagegen bereits einen von ĂŒber 90 Prozent.

Welche Solartechnik ist im Service gĂŒnstiger?

FĂŒr beide Arten von Solartechnik bieten professionelle Solarteure gĂŒnstigen Service. Die jĂ€hrliche Wartung einer Photovoltaikanlage ist allerdings etwas teurer als die einer Solarthermieanlage. Beide nehmen sich bei den Kosten fĂŒr den Service allerdings so wenig, dass diese Ausgaben kaum ins Gewicht fallen.

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