Warmwasseraufbereitung: Überblick und Möglichkeiten

Verfasst von: Michael Claus
Zuletzt aktualisiert am:
Warmwasseraufbereitung
In diesem Artikel
  • Warmes Wasser braucht jeder und zwar nicht zu knapp! 
  • Doch welche Varianten gibt es zur Warmwasseraufbereitung? 
  • Was sind die Vorteile, Nachteile und Kosten der jeweiligen Technik?

Man glaubt es kaum: Die Warmwasseraufbereitung ist eine relativ moderne Technik. Missen möchte sie heute allerdings niemand mehr. Warmes Wasser aus der Leitung gehört einfach zum Standard.

Mit Warmwasser stellen wir uns gerne unter die Dusche, erledigen den Abwasch oder putzen uns die H√§nde. Der Tag beginnt und endet mit Warmwasser.

Haushalte ohne Warmwasser gelten als r√ľckst√§ndige Haushalte. Doch welche M√∂glichkeiten der Warmwasserbereitung gibt es √ľberhaupt? Welche Systeme haben welche Vorteile und Nachteile?

Und welche Kosten bringt welche Variante mit sich? Das alles und noch mehr erf√§hrst Du hier in diesem Ratgeber Artikel! 

Heizung mit Warmwasser oder Heizung neben Warmwasser: Was ist die beste Lösung?
Heizung mit Warmwasser oder Heizung neben Warmwasser: Was ist die beste Lösung?

Fakten, Zahlen & Kosten: Wie viel Warmwasser verbrauchen wir wof√ľr? 

Pauschal l√§sst sich Dein Warmwasserverbrauch freilich nicht in einem Satz auf den Punkt bringen. Bekanntlich sind Verbr√§uche bewusst immer individuell abh√§ngig vom jeweiligen Nutzungsverhalten. Besser auf den Punkt bringen lassen sich allerdings Verbr√§uche im Durchschnitt oder Verbr√§uche je nach Anwendung. Das gilt auch f√ľrs Warmwasser. 

Du m√∂chtest gerne mehr dar√ľber wissen, welcher Verbrauch an Wasser wof√ľr in Deutschland in etwa normal ist? Oder m√∂chtest Du f√ľr Deine Planung besser einsch√§tzen und kontrollieren k√∂nnen, mit welchen Kosten Du allein f√ľr das warme Wasser rechnen kannst? Dann schau doch mal in unserer jeweiligen √úbersicht dazu nach. 

Vorab gilt als genereller Ratgeber zur Orientierung beim Warmwasserverbrauch in Deutschland

  • Sparsame Haushalte: verbrauchen 25-30 Liter pro Tag und Person 
  • Durchschnittliche Haushalte: verbrauchen 30-40 Liter pro Tag und Person 
  • Haushalte mit hohem Verbrauch: verbrauchen 40-50 Liter pro Tag und Person 

Die Deutschen lieben warmes Wasser. Deshalb liegt der Durchschnittsverbrauch typischer deutscher Haushalte im Jahr bei vergleichsweise hohen 46,5 Kubikmeter Wasser pro Person. F√ľr einen Zwei-Personen-Haushalt summiert sich der Verbrauch j√§hrlich auf ca. 93 Kubikmeter. Beim Drei-Personen-Haushalt sind es ca. 140 Kubikmeter.

Baden und Duschen ist vor der Toilette der größte Wasserverbraucher in deutschen Haushalten
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Essen und Trinken schlagen beim Verbrauch von echtem Trinkwasser kaum auf die Rechnung
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Wasserverbrauch insgesamt nach Arten von Verbrauch! 

Der Anteil, den der Verbrauch von Warmwasser am gesamten Wasserverbrauch hat, bel√§uft sich auf etwa 20 bis 40 Prozent. Das bedeutet im Detail, dass ein deutscher Haushalt pro Person und Tag etwa 127 Liter Wasser insgesamt verbraucht. Darauf entfallen je nach T√§tigkeit folgende Verbr√§uche (von A-Z): 

Werte insg. f√ľr:¬† Verbrauch¬†1-Personen-Haushalt* Verbrauch¬†2-Personen-Haushalt* Verbrauch¬†3-Personen-Haushalt*
Baden & Duschen  39 l 78 l 117 l
Essen & Trinken  3 l 6 l 9 l
Garten  4 l 8 l 12 l
Handwerkliche Tätigkeiten  11 l 22 l 33 l
Körperpflege (sonstige Aktivitäten)   7 l 14 l 21 l
Sp√ľlmaschine¬† 7 l 14 l 21 l¬†
Toilette  34 l 68 l 102 l
Waschmaschine   15 l 30 l 45 l
Wohnung & Auto putzen  7 l 14 l 21 l
Summe 127 l 254 l 381 l
davon Kaltwasser  89 l 178 l 267 l
davon Warmwasser  38 l 76 l 114 l

*Rechnungen und Beispiele jeweils in Liter f√ľr einen durchschnittlichen Haushalt 

Wie Du sicherlich schon bemerkt hast, l√§sst sich der Verbrauch an Warmwasser nicht immer ganz sauber vom Wasserverbrauch insgesamt trennen. Mal brauchst Du halt hei√ües Wasser, mal warmes und mal auch nur kaltes. Die Mischbatterie wurde schlie√ülich nicht umsonst erfunden. 

Warmwasserbereitung mit Scheitholz wie im wasserf√ľhrenden Kaminofen ist extrem g√ľnstig, aber macht viel Arbeit
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Elektrische Warmwasseraufbereitung ist einfach und bequem, aber teuer beim Energieverbrauch
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Kosten f√ľr warmes Wasser nach Art genutzter Energie! 

Bevor wir gleich zu den M√∂glichkeiten der Technik f√ľr die Warmwasseraufbereitung kommen, vorab noch ein paar Fakten zu den Kosten. Denn ob Eigent√ľmer oder Mieter, die Warmwasserbereitung hat im Durchschnitt mit 12 Prozent Anteil an den gesamten Energiekosten einen erheblichen Einfluss auf Deine Haushaltskasse. 

Nur wer seine Warmwasserkosten besser einsch√§tzen kann, kann diese √ľberhaupt vergleichen und effiziente Potenziale zum Einsparen und Optimieren finden. Je nach Technik und L√∂sung kannst Du bei folgenden Energietr√§gern mit ungef√§hr folgenden Kosten f√ľr Deine Warmwasseraufbereitung pro Jahr rechnen (von A-Z):

Energie zur Warmwasserbereitung aus:  Preis Energie* Verbrauch / Kosten 1-Personen-Haushalt** Verbrauch / Kosten 2-Personen-Haushalt** Verbrauch / Kosten 3-Personen-Haushalt**
Gas (Erdgas)  10,7 ct/kWh  148,41 Euro  296,82 Euro  445,23 Euro 
Gas (Fl√ľssiggas)¬† 11,8 ct/kWh¬† 163,67 Euro¬† 327,33 Euro¬† 491,00 Euro¬†
√Ėl (Heiz√∂l)¬† 9,0 ct/kWh¬† 124,83 Euro¬† 249,66 Euro¬† 374,49 Euro¬†
Pellets (Holzpellets)  5,5 ct/kWh  76,29 Euro  152,57 Euro  228,86 Euro 
Scheitholz  5,0 ct/kWh  69,35 Euro  138,70 Euro  208,05 Euro 
Strom (elektrisch)  30 ct/kWh  416,10 Euro  832,20 Euro  1.248,30 Euro

*Durchschnittspreise Stand September 2021 
**Rechnungen und Beispiele in Euro Cent pro Kilowattstunde (allein die Energiekosten betreffend) jeweils f√ľr einen durchschnittlichen Haushalt

Hinweis zur genauen Berechnung dieser Kosten

Unsere Beispiele in dieser Tabelle beziehen sich auf die beispielhaften Verbräuche aus der vorherigen Tabelle. Beim Warmwasserverbrauch pro Kopf und Tag finden somit die Mengen von 38, 76 bzw. 114 Litern Eingang in die Berechnung. Um die Anzahl der benötigten Kilowattstunden zu errechnen, haben wir den Jahresverbrauch dann jeweils mit dem Faktor 2,5 und der Temperaturdifferenz zwischen Kaltwasser und Warmwasser von 40 Grad Celsius multipliziert. Der Jahrespreis ist das Produkt aus den insgesamt benötigten Kilowattstunden und dem Preis pro Kilowattstunde.

Zentrale Anlagen, die gleich mit in die Zentralheizung integriert sind, finden sich heute als Standard wieder
Zentrale Anlagen, die gleich mit in die Zentralheizung integriert sind, finden sich heute als Standard wieder

Varianten der Warmwasseraufbereitung 

Der √úberblick zu den Verbrauchskosten bei den verschiedenen Systemen zur Warmwasserbereitung gibt schon einen wesentlichen Fingerzeig. Nicht nur den, dass es √ľberhaupt verschiedene Systeme gibt. Sondern vor allem den, mit dem richtigen Produkt zur Warmwasseraufbereitung jede Menge Geld bei den Betriebskosten sparen zu k√∂nnen. 

In der Tat lässt sich Warmwasser auf ganz verschiedenen Wegen erzeugen. Grundlegend unterscheiden sich dabei alle Geräte nach zwei Varianten

  • zentrale Systeme 
  • dezentrale Systeme 
Zentrale Systeme vereinen Heizung und Warmwasseraufbereitung
Zentrale Systeme vereinen Heizung und Warmwasseraufbereitung
Dezentrale Systeme entkoppeln Heizung und Warmwasserbereitung
Dezentrale Systeme entkoppeln Heizung und Warmwasserbereitung

Was sind zentrale Systeme zur Warmwasseraufbereitung? 

Bei einer zentralen Anlage zur Warmwasserbereitung erfolgt die Erw√§rmung von kaltem Trinkwasser zentral innerhalb der bestehenden Heizung. In einem extra Speicher bzw. Pufferspeicher wird das warme Wasser gespeichert. √úber ein Netz aus Leitungen erreicht das warme Wasser schlie√ülich alle Entnahmestellen im Haus. 

Weil die Leitungswege zwischen Ort der Erzeugung und Entnahme lang sein k√∂nnen, ist eine gute W√§rmed√§mmung aller Leitungen und Speicher wichtig. Andernfalls finden unterwegs ernste Verluste von W√§rme und Energie statt. Passen zwischen Warmwasserspeicher und Zapfstelle mehr als drei Liter Wasser ist eine sog. Zirkulationsleitung vorgeschrieben. 

‚ÄěDie Zentralheizung ist schon da? Dann spricht nicht viel gegen eine zentrale Warmwasserbereitung!‚Äú

Diese Zirkulationsleitung liegt parallel zur eigentlichen Warmwasserleitung und w√§lzt das Wasser permanent durch den Kreislauf. Der W√§rmeerzeuger heizt es somit st√§ndig nach. Unterm Strich kommt beim √Ėffnen des Wasserhahns also sofort warmes Wasser aus der Leitung. Das spart Wasser und Kosten. Zudem erh√∂ht es den Wohnkomfort. 

Unisono wie bei den Heizungen bieten sich als zentrale M√∂glichkeiten zur Warmwasseraufbereitung (von A-Z) folgende Systeme an: 

  • Fernw√§rme: Beim Anschluss an das Fernw√§rmenetz wird Dein Haushalt f√ľr gew√∂hnlich nicht nur zentral mit W√§rme f√ľr die Heizung (hei√üem Heizungswasser) beliefert, sondern auch zentral mit Warmwasser f√ľr Dusche, Bad und K√ľche.
  • Heizkessel: Als g√§ngige zentralisierte L√∂sungen finden sich hier beispielsweise die Gasheizung, die √Ėlheizung oder auch Biomasseheizungen wie Pelletkessel, Scheitholzkessel oder wasserf√ľhrende Kamine und Pellet√∂fen.
  • W√§rmepumpe: Viele Hausbesitzer, die sich f√ľr eine W√§rmepumpe als Heizungsanlage entschieden haben, erw√§rmen ihr Brauchwasser ebenfalls mit dieser zentralen Anlage. Die Energie f√ľr die Warmwassererzeugung gewinnt das System der W√§rmepumpe dabei wie f√ľr die Heizung aus der Umwelt. 
  • Strom: Zentrale elektrische Anlagen zur Warmwasserbereitung sind eher die Ausnahme, aber m√∂glich. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung, am besten noch zus√§tzlich mit Solarthermie zur direkten Unterst√ľtzung der Warmwasseraufbereitung kann das beim passenden Geb√§ude gut funktionieren. Steht allerdings mal kein selbst erzeugter Strom zur Verf√ľgung, muss der teuer aus dem Netz bezogen werden.
Der Durchlauferhitzer mit Strom oder Gas ist inzwischen der beliebteste dezentrale Warmwasserbereiter
Der Durchlauferhitzer mit Strom oder Gas ist inzwischen der beliebteste dezentrale Warmwasserbereiter

Was sind dezentrale Systeme zur Warmwasseraufbereitung? 

Bei einer dezentralen Anlage zur Warmwasserbereitung erfolgt die Erw√§rmung von kaltem Trinkwasser direkt nahe der Entnahmestelle in einem entsprechenden Ger√§t. Extra Speicher, lange Leitungsnetze oder Zirkulationsleitungen usw. sind nicht n√∂tig. Die gel√§ufigsten Methoden f√ľr die dezentrale Warmwasserbereitung sind der Durchlauferhitzer und der Boiler. 

‚ÄěF√ľr manche Zwecke kann eine dezentrale L√∂sung der Warmwasseraufbereitung von Vorteil sein. Das l√§sst sich gut absch√§tzen oder sogar berechnen.‚Äú

Beim Durchlauferhitzer wird nur genau das Wasser erw√§rmt, welches gerade auch ben√∂tigt wird. Beim Boiler wird in einem dezentralen Vor-Ort-Speicher ein gewisses Volumen an warmem Wasser nahe der Entnahmesteller aufgew√§rmt und vorgehalten. Die kurzen Leitungswege und die zumeist einfache Installation der Ger√§te haben ihre Vorteile. 

Bei dezentralen Varianten zur Warmwasseraufbereitung bieten sich konkret folgende Systeme an (von A-Z)

  • Durchlauferhitzer: Am jeweiligen Ger√§t liegt direkt kaltes Trinkwasser an. Dreht der Verbraucher den Warmwasserhahn auf, beginnt das Ger√§t entsprechend das Wasser zu erw√§rmen. Durchlauferhitzer arbeiten im Betrieb f√ľr gew√∂hnlich mit elektrischem Strom oder √ľber die Verbrennung von Brennstoff wie Gas in einer Gas-Therme bzw. Gas-Brennwert-Therme. 
  • Boiler: Das kalte Wasser gelangt in einem Boiler zun√§chst in den internen Speicher. Dort erhitzt das Ger√§t die vorr√§tige Menge auf die gew√ľnschte Temperatur. Entnimmt der Nutzer hei√ües Wasser, wird dem Boiler direkt neues Kaltwasser zum Aufheizen zugef√ľhrt. H√§ufig kommen Boiler zum Einsatz, die mit elektrischer Energie heizen. 
  • Kombinierte Systeme: Die alternative Warmwasseraufbereitung dezentral l√§sst sich auch mit einer modernen Heizung bzw. Energieerzeuger kombinieren. Zum Beispiel kann ein elektrischer Durchlauferhitzer f√ľr die Warmwasseraufbereitung den selbst erzeugten Strom aus Photovoltaik oder aus einem Blockheizkraftwerk nutzen. Dann kannst Du unter Umst√§nden sogar auf F√∂rderung vom Staat f√ľr die neue Anlage bauen.
Legionellen und Keime im Warmwasser schaden der Gesundheit
Legionellen und Keime im Warmwasser schaden der Gesundheit

Was tun gegen Legionellen im warmen Wasser? 

Legionellen im Trinkwasser sind gef√§hrlich f√ľr die Gesundheit. Legionellen sind Bakterien, die besonders gut in warmem S√ľ√üwasser bei einer Wassertemperatur von 25-55 Grad Celsius gedeihen. Gelangt dieses Wasser dann in den biologischen Kreislauf eines Menschen, kann der zum Beispiel an grippe√§hnlichen Symptomen erkranken oder gar eine Lungenentz√ľndung davontragen. In Einzelf√§llen wird auch immer wieder √ľber Todesf√§lle berichtet. 

Warmwasserleitungen im Haus, vor allem solche mit stehendem Wasser ohne Zirkulationsleitung, sind quasi ein Eldorado f√ľr Legionellen. Hier vermehren sich die Erreger besonders gerne. Bei diesem Thema hei√üt es also Obacht! Mit den folgenden f√ľnf Ma√ünahmen kannst Du Dich aktiv vor Legionellen in Deinem Trinkwasser sch√ľtzen: 

  1. Eigeninitiative: Das Wasser aus dem Netz Deines Wasserversorgers kommt bei Dir normalerweise mit einer Temperatur zwischen 10-20 Grad Celsius im Haus an. Legionellen k√∂nnen bei diesen Temperaturen nicht entstehen. F√ľr die weitere Qualit√§t Deines Warmwassers zuhause tr√§gst also Du die alleinige Verantwortung. 
  2. Mindesttemperatur: Erfolgt Deine Warmwasseraufbereitung √ľber eine zentrale Anlage, sollte die Austrittstemperatur aus dem Warmwasserspeicher mindestens 60 Grad Celsius betragen. Bei Einfamilienh√§usern mit regem Wasserverbrauch reichen auch 50 Grad. Darunter sollte die Warmwassertemperatur im Kreislauf von Trinkwasser nicht liegen. 
  3. Dezentrale Sicherheit: Gr√∂√ütm√∂gliche Sicherheit vor Legionellen bieten dezentrale Systeme wie der Durchlauferhitzer oder der Boiler. Beim Durchlauferhitzer wird das Wasser ohnehin erst direkt bei der Entnahme erw√§rmt. Beim Boiler ist man dann besonders sicher vor Legionellen, wenn man das Ger√§t entweder komplett ausschaltet oder bei Bedarf maximal aufheizt. 
  4. Zirkulationsleitung: Die bereits erw√§hnte Zirkulationsleitung wird vom Speicher bis nahe der Entnahmestelle parallel zur Warmwasserleitung gef√ľhrt. Dank ihr wird das Wasser konstant durch den Kreislauf gew√§lzt und im W√§rmeerzeuger nacherhitzt. Zirkuliert hei√ües Wasser permanent bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius, finden Legionellen erst gar keine Grundlagen, um sich herauszubilden. 
  5. Zus√§tzliche Legionellen-Schaltung: Eine solche Schaltung in Deinem Warmwasserspeicher bewirkt, dass Dein Warmwasservorrat in periodischen Abst√§nden immer mal wieder kurzzeitig auf √ľber 70 Grad Celsius erhitzt wird. Sollten sich also zwischenzeitlich Legionellen gebildet haben, sind die Keime sp√§testens nach dem Temperaturschock wieder Geschichte.
Deine Rechnung f√ľr Strom oder Gas ist auf Dauer mit einer zentralen Anlage niedriger
Deine Rechnung f√ľr Strom oder Gas ist auf Dauer mit einer zentralen Anlage niedriger

Warmwasseraufbereitung: Vorteile und Nachteile 

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung ‚Äď das wei√ü jeder gute Ratgeber! Dieses Prinzip gilt auch bei den verschiedenen Systemen zur Warmwasseraufbereitung. Egal, ob zentral oder dezentral, jede Anlage hat ihre Vorteile, muss aber auch Nachteile in Kauf nehmen. Sparen an der einen Stelle f√ľhrt nicht selten zu Mehrausgaben oder Mehraufwand an anderer Stelle. 

Welche Vorteile und Nachteile das im jeweiligen Fall sind, kannst Du in unserem Ratgeber bzw. √úberblick in der folgenden Tabelle finden

Anlagen Vorteile  Nachteile 
Zentrale Warmwasserbereitung 
  • Effizienz: Bereits in der Heizung erzeugte Wärme kann parallel zum Erhitzen des Brauchwassers genutzt werden. Dieser Vorteil spart Energie, schützt das Klima und hilft Kosten zu sparen. 
  • Leitungsnetz: Zwischen dem Wärmeerzeuger und den einzelnen Zapfstellen sind teils lange Leitungen zu verlegen. 
  • Komfort: Mehrere Entnahmestellen erhalten gleichzeitig warmes Wasser, ohne dass es dabei zu einem Temperaturabfall kommt. 
  • Zusatzaufwand: Die teilweise langen Leitungen müssen gut isoliert sein, da ansonsten unterwegs Verluste von Wärme und Energie drohen. 
  • Verbrauch: Auf lange Sicht und bei regelmäßiger Nutzung bieten zentrale Anlagen oftmals den besseren Energieverbrauch als eine dezentrale Versorgung. 
  • Anschaffungskosten: Eine zentrale Warmwasseraufbereitung ist teurer beim Kaufen und Installieren als dezentrale Anlagen. 
  • Platz: Nur eine Anlage ist für Heizen und Warmwasserbereitung nötig, weitere Geräte entfallen. Du kannst Platz sparen.  
  • Platz: Der Warmwasserspeicher nimmt oft einigen Platz in Anspruch. An der Stelle brauchst Du also mehr Platz. 
  • Gesundheit: Im Leitungsnetz und im Warmwasserspeicher können sich schneller Keime wie Legionellen bilden. Zusätzliche Geräte wie Zirkulationsleitungen oder die Legionellen-Schaltung wirken dem entgegen. 
Dezentrale Warmwasserbereitung
  • Effizienz: Die rein bedarfsorientierte Warmwasserbereitung kann Energie und Kosten sparen. Besonders kommt dieser Vorteil bei nur gelegentlicher Verwendung zum Tragen. 
  • Verbrauch: Auf lange Sicht und bei regelmäßiger Nutzung kosten dezentrale Anlagen durch ihren hohen Energieverbrauch mehr Geld als eine zentrale Versorgung. 
  • Kein Zusatzaufwand: Die Verlegung, Dämmung und Instandhaltung eines langen Leitungsnetzes kannst Du Dir sparen. Durch die Nähe zwischen Wärmeerzeuger und Zapfstelle geht zudem keinerlei Wärme unterwegs verloren. 
  • Komfort: Sind mehrere Zapfstellen an ein dezentrales Gerät angeschlossen, kann es zu Temperaturschwankungen bei gleichzeitiger Entnahme kommen. 
  • Gesundheit: Die Nähe zwischen Wärmeerzeuger und Entnahmestelle sowie die rein bedarfsorientierte Wärmeerzeugung schließt die Keimentstehung von Legionellen oft aus. 
  • Gesundheit: Besonders beim Boiler solltest Du dennoch darauf achten, dass keine Keime wie Legionellen entstehen können. Am besten betreibst Du das Gerät also bei Abwesenheit gar nicht und bei Anwesenheit auf voller Stufe. 
  • Anschaffungskosten: Ein dezentrales Gerät zur Warmwasseraufbereitung ist günstiger beim Kaufen und Installieren als eine zentrale Anlage. 
  • Platz: Es ist kein großer Warmwasserspeicher notwendig. An der Stelle kannst Du Platz sparen. 
  • Platz: Viele dezentrale Geräte verbrauchen unterm Strich mehr Platz als nur eine zentrale Anlage, die zugleich das Heizen und die Warmwasseraufbereitung übernimmt. 
Klassischer Warmwasserspeicher im Kellerraum neben der Heizung
Klassischer Warmwasserspeicher im Kellerraum neben der Heizung
Den traditionellen Boiler im Bad gibt’s tatsächlich hin und wieder auch noch
Den traditionellen Boiler im Bad gibt’s tatsächlich hin und wieder auch noch

Kosten einzelner Elemente f√ľr die Warmwasserbereitung 

Die Kosten einer komplexen Anlage zur Warmwasseraufbereitung in einer √úbersicht einfach dazustellen? Das ist nahezu unm√∂glich! Insbesondere bei zentralen Systemen mit unterschiedlicher Anbindung an eine Heizung ist das mehr als schwierig. Viele Faktoren spielen eine Rolle: L√§nge des Leitungsnetzes, Gr√∂√üe und Auslegung der Speicher usw. 

Was aber m√∂glich zu beziffern ist, sind die Kosten f√ľr einzelne Komponenten einer Anlage zur Warmwasseraufbereitung. Wie die sich dann in Deinem Einzelfall zur Komplettanlage summieren? Das kann Dir ehrlicherweise nur Dein Partner vom Fach bzw. einer der Fachbetriebe sagen, den Du letztlich mit der Installation und ggf. gleich Wartung beauftragst! 

Zentrale Warmwasserbereitung Dezentrale Warmwasserbereitung
Hygienespeicher: 1.200-3.200 Euro  Durchlauferhitzer elektrisch (3-27kW): 100-700 Euro 
Kombispeicher: 2.000-3.500 Euro  Durchlauferhitzer mit Gas (7-30 kW): 300-800 Euro 
Warmwasserspeicher: 1.000-1.800 Euro  E-Boiler (1,5-7,5 kW mit 30-300 l): 150-1.100 Euro 
Legionellenschaltung:250-300 Euro  Gas Boiler (0,85-24 kW mit 5-300 l): 100-2.800 Euro 
Zirkulationspumpe (mit Timer): ab 120-150 Euro  Gas-Therme (mit / ohne Brennwert Technik): 200-5.200 Euro 
Legionellenpr√ľfung durch den Fachmann: 200-250 Euro

*Alle Preise k√∂nnen durch individuelle W√ľnsche und Anforderungen nach unten und oben variieren. 

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