- Warum man den Boiler regelmĂ€Ăig mit einer Entkalkung reinigen sollte?
- So kommt der Kalk ĂŒberhaupt in den Warmwasserspeicher.
- Eine praktische Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung zur Boilerentkalkung finden!
RegelmĂ€Ăig den Boiler entkalken beugt unangenehmen Folgen vor und schĂŒtzt Dein GerĂ€t. Denn es gibt wenige Dinge, die so unangenehm sind wie eine kalte Dusche im Bad am Morgen. Genau das kann aber passieren, wenn der Warmwasserspeicher nicht regelmĂ€Ăig entkalkt wird.
Kalkablagerungen sammeln sich im Inneren des Boilers an und beeintrÀchtigen die LeistungsfÀhigkeit des GerÀts. Das Wasser wird langsamer erhitzt oder irgendwann gar nicht mehr. Der verkalkte Warmwasserspeicher verbraucht mehr Strom oder Gas, wÀhrend er seine Arbeit erledigt.
âDen Boiler entkalken? Das hilft gleich dreifach: Du kannst bewusst Geld bei der Stromrechnung sparen. Dein GerĂ€t hĂ€lt lĂ€nger. Und Umwelt und Klima profitieren ebenfalls von der Entkalkung!â
Das wiederum fĂŒhrt schnell zu einer höheren Stromrechnung. Und auch fĂŒr die Umwelt und den Klimaschutz (Stichwort: ökologischer FuĂabdruck) ist ineffiziente Energienutzung durch einen verkalkten Boiler sicherlich nicht gut. Alles in allem ist es deshalb wirklich von groĂer Bedeutung, dass Du regelmĂ€Ăig auf das Boiler entkalken achtest. Wie die Reinigung am besten von der Hand geht, kannst Du in diesem Ratgeber Artikel erfahren!

Warum verkalkt ein Boiler?
Ein Boiler kann verkalken, da sich im Wasser gelöste Mineralien, insbesondere Calcium- und Magnesiumverbindungen befinden, die sich bei der Erhitzung des Wassers an allen wasserfĂŒhrenden Teilen ablagern, besonders an den wĂ€rmefĂŒhrenden Teilen. Denn vergleichbar wie bei einem normalen Wasserkocher zum Teekochen erwĂ€rmt der Boiler das Warmwasser mittels eines Heizstabes bzw. einer Heizspirale.
WĂ€hrend der Warmwasseraufbereitung, besonders bei Wassertemperaturen ĂŒber 55 bis 60 Grad Celsius, setzen sich diese Mineralien wie Calcium und Magnesium als KalkrĂŒckstĂ€nde am Heizstab ab und setzen diesen langsam mit einer Schicht zu. Dieser Vorgang wird als Kalkablagerung oder Kesselsteinbildung bezeichnet. Wie viel Kalk sich letztlich wie schnell ablagert, hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab (siehe folgende Ăbersicht).
âDas Boiler entkalken ist unvermeidbar, denn Kalk ist nun einmal sogar in jedem guten Trinkwasser enthalten. Wo Wasser erhitzt wird, setzt sich Kalk ab.â
FĂŒr den Wasserboiler sind Kalkablagerungen schĂ€dlich, denn die entstehende Kalkschicht wirkt auf die HeizstĂ€be oder Heizspiralen wie eine zunehmende Isolierung. Die WĂ€rmeerzeuger im GerĂ€t können deshalb die WĂ€rme immer schlechter ans Wasser abgeben und die gesamte Effizienz des Systems sinkt. Hat sich im Extremfall zu viel Kalk an den Heizelementen abgelagert, kann es sogar passieren, dass diese ĂŒberhitzen und durchbrennen. Dann ist der Boiler kaputt und stellt seinen Dienst komplett ein.
Prinzipiell setzen sich also umso mehr Kalkablegerungen ab, desto mehr Liter Wasser Du erwĂ€rmst, desto heiĂer Du das Wasser aufheizt und desto hĂ€rter Deine regionale WasserhĂ€rte ausfĂ€llt. Ein hĂ€ufig mit maximaler Leistung genutzter Boiler verkalkt folglich schneller als ein nur mĂ€Ăig bei niedrigeren Temperaturen genutzter Warmwasserspeicher.
5 GrĂŒnde, die zur Verkalkung eines Boilers fĂŒhren können, in der Ăbersicht (von A-Z):
- Hartes Wasser: Hartes Wasser enthĂ€lt einen höheren Anteil an Mineralien, insbesondere an Calcium- und Magnesiumionen. Beim Erhitzen des Wassers kristallisieren diese Mineralien deshalb vermehrt aus und bilden gröĂere Kalkablagerungen. Die tatsĂ€chliche WasserhĂ€rte lĂ€sst sich einfach und gĂŒnstig messen.
- Hohe Wassertemperatur: Je höher die Temperatur des erhitzten Wassers ist, desto schneller erfolgt die Ablagerung von Kalk. Warmwasserboiler mit hohen Heiztemperaturen sind daher wesentlich anfĂ€lliger fĂŒr Verkalkungen und benötigen öfter eine Entkalkung.
- Umfangreiche Nutzung: Bei lĂ€ngerem Gebrauch ohne Entkalkung sammeln sich zwangsweise allmĂ€hlich KalkrĂŒckstĂ€nde an. Je lĂ€nger der Zeitraum zwischen den einzelnen Entkalkungen ist, desto gröĂer ist das Risiko einer Verkalkung.
- Unzureichende Wasserbehandlung: Eine unzureichende Wasserbehandlung durch Deinen Wasserlieferanten kann dazu fĂŒhren, dass die im Wasser vorhandenen Mineralien nicht ausreichend herausgefiltert sind. Damit steigt auch fĂŒr Dich die Wahrscheinlichkeit von Kalkablagerungen im Boiler.
- WartungsmĂ€ngel: Wenn Du Deinen Warmwasserspeicher nicht regelmĂ€Ăig wartest und entkalkst, fĂŒhrt das mit der Zeit auf jeden Fall zur Ansammlung von KalkrĂŒckstĂ€nden im GerĂ€t. Das regelmĂ€Ăige Boiler entkalken ist daher wichtig, um die Bildung von Kesselstein zu verhindern.
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Boilerentkalkung: Die Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung!
Bitte beachte, dass diese Schritte allgemeine Richtlinien sind und je nach Boilermodell variieren können. Es ist wichtig, dass Du in puncto Reinigung die spezifischen Anweisungen des Herstellers beachtest. Nicht jeder Boiler ist baugleich wie der andere. Der korrekte Entkalkungsprozess kann von unserem Muster abweichen.
Lies dazu in Deiner Bedienungsanleitung nach oder kontaktiere bei offenen Fragen zum Boiler entkalken ggf. den Hersteller Deines WarmwassergerĂ€tes. Das gilt im Ăbrigen sowohl fĂŒr zentrale WarmwassergerĂ€te wie fĂŒr dezentrale Warmwasserbereiter gleichermaĂen. Die Herstellerempfehlung ist stets richtig und maĂgebend.
Die 8 Schritte der Boilerentkalkung:
- Arbeitsvorbereitung: Bevor Du mit dem Boiler entkalken loslegst, solltest Du Dir alles passende Werkzeug, ggf. eine neue Schutzanode (dazu gleich noch mehr Informationen) und einen Schlauch bereitlegen. Der Schlauch sollte lang genug und passend sein, damit Du mit ihm vom Entleerungsventil bis zum nÀchsten Abfluss oder AuffanggefÀà (z.B. Eimer) reichst.
- Boiler auĂer Betrieb nehmen: Stell den Warmwasserspeicher aus und trenne ihn vom Strom. Hat er keinen 230 Volt Schuko Stecker, den Du einfach rausziehen kannst, weil er ein 400 Volt Produkt ist, das mit Starkstrom arbeitet, dann schalte die Sicherungen fĂŒr das GerĂ€t ab. In der Regel besitzt jeder Starkstromanschluss einen eigenen Sicherungsautomaten im Sicherungskasten, manchmal sogar mehrere davon. SchlieĂ im Anschluss auch den Wasserzulauf des Boilers. Arbeite niemals an einem GerĂ€t, dass noch am Stromnetz hĂ€ngt oder auf dem noch Wasserdruck lastet. Das kann sehr gefĂ€hrlich werden!
- Boiler entleeren: Befestige den Schlauch am Entleerungsventil, das fĂŒr gewöhnlich an der Unterseite des GerĂ€ts zu finden ist. HĂ€ufig sitzt das Ventil nahe dem Anschluss fĂŒr den Kaltwasserzufluss. Ăffne den Wasserhahn fĂŒrs warme Wasser an der Armatur, an die der Boiler angeschlossen ist, zu 100 Prozent auf HeiĂ gestellt. Ohne Ăffnen der dazugehörigen Warmwasserarmatur bzw. der Armaturen lĂ€uft ein Boiler in der Regel nicht vollstĂ€ndig leer. Lass nun das Wasser im Boiler ab, indem du das Ablassventil öffnest. Wenn dein GerĂ€t kein Entleerungsventil besitzt, musst Du stattdessen den Kaltwasserzufluss demontieren.
- Reinigungsflansch öffnen und Heizstab entnehmen: Ăffne die Reinigungsklappe, den sog. Reinigungsflansch. Der Flansch ist eine zugeschraubte Reinigungsöffnung, die es Dir ĂŒberhaupt erst ermöglicht, den Boiler innen zu reinigen. Ist der Reinigungsflansch offen, kannst Du den Heizstab aus dem GerĂ€t entfernen und grĂŒndlich entkalken. Auch die InnenwĂ€nde des GerĂ€tes kannst Du im offenen Zustand entkalken. Nutze fĂŒr die Boilerentkalkung entweder das vom Hersteller empfohlene Reinigungsmittel oder natĂŒrliche Haushaltsmittel wie ZitronensĂ€ure oder Essigessenz (im MischverhĂ€ltnis 1:1).
- Entkalkerlösung einwirken lassen: Verwendest Du zur technisch schonenden Reinigung des GerĂ€ts eine empfohlene chemische Entkalkerlösung, kann es gut sein, dass Du den Boiler damit fĂŒllen musst, damit die Lösung richtig einwirken kann. FĂŒr diesen Zeitraum solltest Du das Ablassventil und die Warmwasserarmatur freilich vorĂŒbergehend wieder schlieĂen.
- Schutzanode kontrollieren bzw. tauschen: Kontrolliere nach dem Reinigen des Heizstabs und der InnenwĂ€nde des Boilers die sog. Schutzanode. Diese Anode schĂŒtzt die Heizspirale und SpeicherwĂ€nde vor ĂŒbermĂ€Ăiger Korrosion. Die Anode oxidiert mit Absicht und löst sich daher mit der Zeit langsam auf. Deshalb spricht man auch von einer sog. Opferanode. Nach einiger Zeit ist die Schutzanode deshalb verbraucht und muss ersetzt werden. Andernfalls greift alle Korrosion direkt die Heizelemente und InnenwĂ€nde des GerĂ€ts an. Passende Schutzanoden fĂŒr den Austausch sind im Fachhandel erhĂ€ltlich.
- Boiler wieder betriebsfertig machen: Hast Du alle Reinigungsschritte erledigt, den Heizstab und die InnenwĂ€nde grĂŒndlich entkalkt, etwaigen Schlamm aus dem GerĂ€t entfernt und die ggf. neue Anode wieder montiert, setzt Du den Warmwasserspeicher wieder zusammen. PrĂŒfe dabei ruhig gleich alle Dichtungen und erneuere sie ebenfalls. Ist das GerĂ€t wieder komplett montiert, schlieĂt Du zuerst den Kaltwasseranschluss wieder an und fĂŒllst den Boiler solange mit kaltem Wasser, bis es aus dem immer noch geöffneten Warmwasserhahn ohne Gluckern strömt. Dann kannst Du den Hahn schlieĂen.
- Boiler wieder in Betrieb nehmen: Ist der Warmwasserspeicher luftblasenfrei mit kaltem Wasser gefĂŒllt, kannst Du ihn wieder an den Strom anschlieĂen bzw. die Sicherung wieder einschalten. Lass zum Abschluss ordentlich warmes Wasser durch das GerĂ€t laufen, damit mögliche RĂŒckstĂ€nde des Entkalkers bzw. der Essigessenz oder ZitronensĂ€ure aus dem GerĂ€t herausgespĂŒlt werden. Bevor Du wieder Trinkwasser entnimmst, sollten alle RĂŒckstĂ€nde vom Reinigen drauĂen sein. Check zudem noch, ob alles wieder normal wie vor dem Boiler entkalken funktioniert.
Wichtige Tipps
Nimm die einzelnen Schritte zur Entkalkung von Boilern stets in der richtigen Reihenfolge vor. Anderenfalls droht mindestens eine Sauerei bei der Reinigung. Es kann aber auch gefĂ€hrlich fĂŒr Dich oder das GerĂ€t werden. Um SchĂ€den an Deiner Gesundheit und an Deinem Boiler zu vermeiden, Ă€ndere die Reihenfolge der Arbeitsschritte bitte nicht! Kommst Du mit einem Schritt der Reinigung nicht zurecht, hol Dir lieber einen Fachmann und lass das Boiler entkalken vom Profi durchfĂŒhren.
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Boiler entkalken: 9 Vorteile und Nachteile vergleichen
| Vorteile durch das Entkalken vom Boiler | Nachteile ohne regelmĂ€Ăiges Entkalken des Boilers |
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GröĂere LeistungsfĂ€higkeit und lĂ€ngere Lebendauer: |
Zeit- und Arbeitsaufwand: |
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Höhere Energieeffizienz und Ersparnis: |
RegelmĂ€Ăige Wartung erforderlich: |
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Geringere Wartungs- und Reparaturkosten: |
Risiko von BeschÀdigungen: |
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Bessere WasserqualitÀt: |
Klima- und Umweltschutz: |
|
GesĂŒndere Hygiene: |

FAQ online: Ratgeber mit Tipps zum Thema Boiler entkalken
Boiler entkalken wie oft?
Wie oft man den Boiler entkalken sollte, hÀngt von verschiedenen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielen zum Beispiel die HÀrte des Wassers und die HÀufigkeit der Nutzung des Boilers. GrundsÀtzlich empfiehlt es sich, den Boiler mindestens einmal alle drei oder vier Jahre zu entkalken. Wer jedoch in einer Region mit sehr hartem Wasser lebt oder den Boiler sehr hÀufig nutzt, sollte ihn besser öfter reinigen.
Was kostet es, den Boiler vom Fachbetrieb entkalken zu lassen?
Die Kosten fĂŒr die Boilerentkalkung vom Fachbetrieb können je nach GerĂ€t und Region unterschiedlich ausfallen. Wenn keine Kosten fĂŒr Ersatzteile, Reparaturen oder Mehraufwand anfallen, also nur fĂŒr die bloĂe Reinigung, sollte das reine Boiler entkalken durch den Profi ungefĂ€hr zwischen 180 und 450 Euro kosten.
Wie finde ich meine WasserhÀrte heraus?
Beim Boiler entkalken immer ein groĂes Thema ist die WasserhĂ€rte. Mehr ĂŒber Deine WasserhĂ€rte kannst Du auf zwei Wegen erfahren: Zum einen ist Dein Wasserversorger gesetzlich dazu verpflichtet, sie Dir mitzuteilen. Oft erteilen die Versorger Informationen dazu deshalb sowieso auf ihren Internetseiten oder der Wasserrechnung. Alternativ kannst Du die WasserhĂ€rte selbst mit entsprechenden Teststreifen testen, die es gĂŒnstig zu kaufen gibt.
Kaufratgeber zur Warmwasseraufbereitung:
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- Boiler 5 Liter
- Boiler 30 Liter
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