Balkonkraftwerk: Solarstrom fĂŒr die Steckdose

Verfasst von: Michael Claus
Zuletzt aktualisiert am:
Balkonkraftwerk
In diesem Artikel
  • Balkonkraftwerk aufstellen, Stecker in die Steckdose, eigenen Strom verbrauchen.
  • Nur ein Solarmodul oder doch zwei Solarmodule? Viel Energie mit wenig Aufwand! 
  • Hol Dir hier alle Informationen zur sog. Stecker-Solaranlage.

Wenn Du Dich mit der Energiewende und Energieautarkie beschĂ€ftigst, begegnen sie Dir fast zwangslĂ€ufig: Balkonkraftwerke, die Mini-Photovoltaik-Anlagen fĂŒr den Balkon.

Kein Wunder! Die Idee, Strom mit dem Modul auf dem eigenen Balkon zu produzieren – ziemlich kostengĂŒnstig und ganz unabhĂ€ngig von Energieversorgern – klingt fĂŒr fast jeden Verbraucher richtig gut.

Neben dem Austausch einer alten Heizung kann die Nutzung einer Mini- oder Micro-Solaranlage Dein Weg fĂŒr eine Lösung sein, Dich bei der Energieversorgung etwas autarker und gĂŒnstiger aufzustellen.

Doch wie funktioniert ein Balkonkraftwerk eigentlich? Stelle ich einfach eine Solaranlage auf meinen Balkon und den Rest machen Module und Sonne? Es ist tatsĂ€chlich fast so einfach. In diesem Ratgeber Artikel zeigen wir Dir, fĂŒr wen Balkonkraftwerke geeignet sind und worauf Du bei Kauf und Installation achten solltest!

Balkonkraftwerk Balkon
Mini bzw. Micro Balkonkraftwerk an einem Balkon

Das steckt hinter dem Begriff Balkonkraftwerk

Gute Nachrichten fĂŒr alle, die gar keinen Balkon besitzen: Auch wenn sich der Begriff Balkonkraftwerk eingebĂŒrgert hat, mĂŒssen sog. Stecker-Solaranlagen nicht zwingend an einem Balkon installiert werden. Die Module sind da recht flexibel.

An der Fassade erzeugen Balkonkraftwerke ebenso prima grĂŒnen Strom. Aber eins nach dem anderen. Ein Balkonkraftwerk-Set besteht im Grunde nur aus einem oder zwei PV-Modulen, einem Schuko-Stecker fĂŒr die Steckdose und einem Wechselrichter. Mehr GerĂ€te braucht diese Solartechnik nicht. 

„Smart und schlau: Das Balkonkraftwerk wird sich unserer Meinung nach als Trend mehr und mehr durchsetzen.” 

Was reichlich minimalistisch klingt, reicht völlig aus, um solar Strom fĂŒr den eigenen Haushalt zu produzieren. Das ist ja auch das große Versprechen der Balkonkraftwerke: Wenig Aufwand fĂŒr die Installation, Solarmodule einfach anbauen, Stecker rein und los gehts!

Je nachdem, wie groß Deine Mini-Solaranlage konzipiert sein soll und wie gut Du sie anhand des Sonnenstandes ausrichten kannst, leistet ein Balkonkraftwerk einen mehr oder weniger großen Beitrag dazu, Deine Stromrechnung (teils merklich) zu senken. Viele haben sich in ihre kleinen Solarmodule fast schon verliebt deswegen.

Komponenten Mini-Solaranlage
Komponenten Mini-Solaranlage: Wechselrichter, Module, Steckdose, Stecker, Kabel

Funktionsweise Balkonkraftwerk: Module und Zubehör

Mini-Photovoltaik-Anlagen funktionieren grundsĂ€tzlich wie ihre großen Geschwister aus der Photovoltaik-Technologie. PV-Module nutzen Sonnenenergie, um Strom zu produzieren. Wechselrichter wandeln den zunĂ€chst produzierten Gleichstrom in den Wechselstrom um, den wir im Haushalt nutzen.

Den Wechselrichter verbindest Du per Stecker mit einer Steckdose Deines Hausnetzes. Deshalb heißt das Balkonkraftwerk alternativ oft auch sog. Stecker-Solaranlage. Der Solarstrom wird dann direkt ins Stromnetz von Deinem Haus eingespeist, ganz ohne Umwege ĂŒber das öffentliche Netz. Die Leitungswege sind kurz, die Energieverluste gering. 

Der große Vorteil bei Balkon-Kraftwerken ist, dass Du alles Zubehör in einem Set erhĂ€ltst oder teilweise schon zuhause hast (von A-Z):

  • Photovoltaik Modul bzw. Module
  • Kabel
  • Schuko-Stecker (oder besser ein Wieland-Stecker fĂŒr eine Wieland-Steckdose)
  • Wechselrichter

Du hast die Wahl, ob Du Dich fĂŒr ein Balkonkraftwerk-Set zur Selbstmontage (gĂŒnstiger) oder fĂŒr den Anschluss durch einen Elektriker vom Fachbetrieb (teurer) entscheidest. Beachte aber: Eine Anlage zur Selbstmontage gilt als nicht VDE-Norm-konform, weil diese die Installation durch Fachpersonal vorgibt! Immerhin geht es letztlich um 220 Volt Strom.

Machst Du die Montage selbst, kann das Auswirkungen auf den Umfang der Garantie der GerĂ€te und Module haben und die optimale GewĂ€hrleistung der Leistung beeintrĂ€chtigen. Auch gewisse Gefahren gehen dann auf Deine Kappe. Generell ist aber zum Beispiel die Gefahr eines Kabelbrandes wegen unsachgemĂ€ĂŸer Installation bei neuen Modellen sehr gering.

Wichtiger Tipp

Die Beendigung verschiedener Programme der staatlichen Förderung nach BEG (Bundesförderung fĂŒr effiziente GebĂ€ude) etwa ĂŒber KfW und BAFA hat auch Einfluss auf die Förderung von Heizungen. Seit 2022 werden weniger neue Maßnahmen in geringerem Umfang von der Bundesregierung gefördert. Die eigentliche AttraktivitĂ€t des besten Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnisses steht damit kĂŒnftig vermutlich wieder bei allen Varianten mehr im Vordergrund.

 

StromzÀhler Geld
Auf dem StromzÀhler steht es spÀter gut sichtbar, wie viel Strom Du solar gespart hast

Informationen zu Arten und Kosten von Balkonkraftwerken

Wie andere PV-Anlagen gibt es Balkonkraftwerke in ganz unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen. Wichtig fĂŒr die Unterscheidung ist vor allem die installierte Leistung der Solarmodule, die in Watt Peak (Wp) angegeben wird.

Schon 300 Wp installierte Leistung in einem Solarmodul können reichen, um die Grundlast eines kleinen durchschnittlichen Haushalts an Strom zu decken (200 bis 300 kWh/Jahr) und 60 bis 90 Euro Stromkosten pro Jahr zu sparen. Eine neue Mini-PV-Anlage bekommst Du schon ab 500 Euro.

„Kleine Photovoltaikanlagen brauchen kaum Platz und zeigen große Wirkung.” 

Bei den derzeit immer weiter steigenden Strompreise lohnt sich ein Mini-Balkonkraftwerk oft schon nach wenigen Jahren. Hast Du ausreichend Platz fĂŒr die Solarmodule und idealerweise einen sonnenverwöhnten Ort, empfehlen wir Dir sogar, gerne in eine grĂ¶ĂŸere Stecker-Solaranlage zu investieren.

Die sind zwar etwas teurer als Anlagen mit nur einem Modul, amortisieren sich aber entsprechend schneller. So sparst Du nicht nur noch mehr Stromkosten, auch Deine CO2-Ersparnis ist bei einer grĂ¶ĂŸeren Balkon-Solaranlage natĂŒrlich grĂ¶ĂŸer als bei einem Mini- oder Micro-Balkonkraftwerk.

Wichtiger Tipp

Denk immer daran: Je weniger Strom Du aus dem öffentlichen Netz entnehmen musst, desto mehr Kosten sparst Du und desto weniger Energie wird allgemein mit fossilen Energien produziert! 

Solarmodul Fassade
So ein Solarmodul funktioniert auch an der Fassade
Balkonkraftwerk Garten
Kleines Balkonkraftwerk macht grĂŒnen Strom im Garten

Technische Vorgaben und Anmeldung der Anlage

Ein fachkundiger Ratgeber zu Balkonkraftwerken sollte freilich auch Informationen liefern, was rings um die Installation, den Anschluss, die Anmeldung, die Inbetriebnahme und die Pflege der kleinen Solaranlage wichtig zu wissen ist. Diese Informationen kannst Du diesem Kapitel entnehmen! 

Platz und Ausrichtung fĂŒr Dein Balkonkraftwerk

Der Name sagt es schon: Ein Balkonkraftwerk kann natĂŒrlich ebenso an der BalkonbrĂŒstung fixiert werden. Hausbesitzer haben zudem die Möglichkeit, die Anlage an anderen sonnenverwöhnten Orten anzubringen. Zum Beispiel bietet sich zur Stromerzeugung ein Carport an, ein NebengebĂ€ude im Garten oder einfach ein Standort im Garten selbst.

Wichtig ist, dass die Solarmodule möglichst viel Sonneneinstrahlung bekommen. Optimal richtest Du Dein Modul bzw. Deine Module gen SĂŒden aus und zwar mit einem Neigungswinkel von 30 bis 35 Grad. Möchtest Du eine Mini-Solaranlage in einer Mietwohnung nutzen, solltest Du einen Blick in Deinen Mietvertrag werfen.

„Balkonkraftwerke sind flexibel einsetzbar und stören kaum. Sie wollen nur eines: Sonne, Sonne, Sonne!” 

Sind Anbringungen am BalkongelĂ€nder explizit verboten, ist ein Balkonkraftwerk leider keine Option fĂŒr Dich. Andernfalls spricht aber nichts dagegen, Solarmodule auch auf von Dir “nur” gemieteten (!) FlĂ€chen anzubringen.

Möchtest Du eine Mini-PV-Anlage auf GemeinschaftsflÀchen (etwa an Fassaden, DÀchern, VordÀchern oder im Garten) anbringen, suche zunÀchst ebenfalls das GesprÀch mit Deinem Vermieter. Oft lÀsst sich hier unkompliziert eine Lösung finden, wenn dem Vermieter kein Nachteil durch die Mini-Photovoltaik-Anlage entsteht.

Technisch bitte unbedingt beachten!

Achte bei der Installation deines Balkonkraftwerks darauf, dass Dein StromzĂ€hler mit einer RĂŒcklaufsperre ausgestattet ist, also nicht rĂŒckwĂ€rts zĂ€hlen kann. Meldest Du Deine Anlage nĂ€mlich beim örtlichen Netzbetreiber an (was Pflicht ist), prĂŒft der, ob Dein ZĂ€hler den Anforderungen genĂŒgt. Andernfalls muss der ZĂ€hler auf Deine Kosten ausgetauscht werden.

Bundeswirtschaftsministerium Berlin
Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn ist eine Behörde des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin

Balkonkraftwerk Anmeldung bei Netzbetreiber und Bundesnetzagentur

Oft hören wir, dass Mini-Solarmodule mit weniger als 600 Watt Peak nicht beim Netzbetreiber angemeldet werden mĂŒssen. Das stimmt leider nicht! In Deutschland gibt es (bisher) keine Bagatellgrenze fĂŒr Photovoltaik. Die entsprechende EU-Verordnung 2016/631 der Kommission vom 14. April 2016 sieht so eine Bagatellgrenze zwar prinzipiell vor.

Allerdings rĂ€umt Europa den Mitgliedsstaaten einigen Freiraum bei der Umsetzung solcher Verordnungen ein. Und Deutschland hat sich mit der nationalen Elektrotechnische Eigenschaften Nachweis Verordnung (NELEV) dafĂŒr entschieden, keine Bagatellgrenze einzufĂŒhren. Die Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber ist Pflicht!

„Ein Balkonkraftwerk ohne Anmeldung gibt es nicht in Deutschland. Jedes Modul muss angemeldet werden.” 

Einige Netzbetreiber bieten fĂŒr Betreiber von Mini-PV-Anlagen ein vereinfachtes Anmeldeverfahren an. Jeder Verbraucher sollte deshalb bei seinem Anbieter vor Ort nachschauen, ob das jeweilige Unternehmen so ein Angebot verfĂŒgbar hat. Das musst Du leider selbst prĂŒfen!

ZusĂ€tzlich musst Du Deine Balkon-PV-Anlage noch bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) melden und den solaren Stromerzeuger dort ins sog. Marktstammdatenregister eintragen lassen. Das geht aber relativ schnell ĂŒber die entsprechende Seite der BNetzA.

Aktueller Hinweis

Immer mehr Hersteller bieten in punkto Kundenfreundlichkeit den Service an, Dich beim Anmelden der Anlage tatkrĂ€ftig zu unterstĂŒtzen. Die fĂŒllen fĂŒr Dich schon alle Formulare aus und senden sie dann, wenn sie von Dir unterschrieben sind, an die richtigen Stellen. Beim Kaufen einfach darauf achten, ob so ein Service angeboten wird. 

SteuererklÀrung Finanzamt
Wer sich viel Arbeit fĂŒrs Finanzamt fĂŒr ein paar Euro ersparen will, der spart sich die EinspeisevergĂŒtung

Balkonkraftwerk Anmeldung fĂŒr die EinspeisevergĂŒtung

Bei einer Mini-Solaranlage lohnt es sich unserer Meinung nach kaum, die sog. EinspeisevergĂŒtung nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Anspruch zu nehmen. Die kannst Du zwar generell fĂŒr den Strom bekommen, den Du nicht selbst verbrauchst und in das öffentliche Netz einspeist.

Allerdings stehen der Aufwand und die Restriktionen, die damit verbunden sind (alleine schon aus steuerlicher und administrativer Sicht) unserer Meinung nach jedoch in keinem VerhĂ€ltnis zum Nutzen. Das rechnet sich nicht! 

Verbrauche den produzierten Strom so weit wie möglich selbst. Genau darauf ist ein Balkonkraftwerk technisch auch ausgelegt!

KfW-Zentrale Franfurt/Main
Sogar die KfW fördert Balkonkraftwerke © KfW-Bildarchiv / Thorsten Futh

Fördermittel fĂŒr Balkonkraftwerke

Immer mehr BundeslĂ€nder, Kommunen und RegionalverbĂ€nde bieten gezielte Förderprogramme fĂŒr Balkonkraftwerke an. Hier solltest Du lediglich darauf achten, dass Du unbedingt alle Förderbedingungen erfĂŒllst und natĂŒrlich darauf, dass Du am Ende nicht zig Arbeitsstunden fĂŒr unterm Strich 20 Euro Zuschuss fĂŒr ein Modul investiert hast.

Achte deshalb besonders auf die folgenden zwei Bedingungen:

  • Aufwand: Etliche kommunale oder regionale Programme sind leicht zugĂ€nglich. Anders kann das schon bei einer Förderung durch die Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) aussehen. Ja, die KfW fördert sogar Balkonkraftwerke. Aber nein, unserer Meinung nach steht dabei einmal mehr Aufwand (Papierkram) und Nutzen (Kostenersparnis fĂŒr ein Balkonkraftwerk) in keinem gesunden VerhĂ€ltnis.
  • Technische Vorgaben: Manche Programme bestehen darauf, dass Du bestimmte Einspeisesteckdosen (z.B. Wieland-Stecker bzw. Wieland-Steckdose) verwendest oder die Anlage zwingend von einem Elektriker prĂŒfen lĂ€sst.
Reling-Kraftwerk Boot
Ein interessanter Sonderfall des Balkonkraftwerks (mit allen Vor-und Nachteilen) ist das sog. Reling-Kraftwerk fĂŒr das Boot

Balkonkraftwerk kaufen: die wichtigsten Kriterien zum Vergleich

Nach all den bisherigen Informationen interessierst Du Dich immer mehr fĂŒr ein Balkonkraftwerk? Dann geben wir Dir im kurzen Überblick gerne noch die Kriterien an die Hand, nach denen Du Deine Wahl treffen könntest!

Folgende vier Punkte sind beim Vergleich von Balkonkraftwerken sehr nĂŒtzlich (von A-Z):

  1. Anschlussmöglichkeit: Überlege Dir, ob Du Dein Mini-Kraftwerk an eine normale Steckdose (die vom Balkon aus erreichbar und möglichst mit einem FI-Schutzschalter ausgerĂŒstet sein sollte) anschließt. Oder ob Du lieber einen spezielle Wieland-Steckdose verwendest. Letzteres ist in jedem Fall die technisch sicherere Wahl. 
  2. Installierte Leistung: Eine Mini-PV-Anlage darf in Deutschland maximal 600 Watt Peak installierter Leistung mitbringen. Haben Deine Module eine höhere Leistung, wird diese durch den Wechselrichter automatisch gedrosselt, ganz egal, wie viel Leistung die Solarmodule eigentlich liefern könnten. 
  3. Nutzungsart: Der nicht direkt verbrauchte Solar-Strom wird ĂŒber das Hausnetz in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Möchtest Du hierfĂŒr eine EinspeisevergĂŒtung nach EEG erhalten, erhöht sich der bĂŒrokratische und organisatorische Aufwand fĂŒr Deine Mini-Solaranlage enorm. 
  4. Standortwahl: Generell passt ein Balkonkraftwerk fast ĂŒberall hin. Selbst kleinste Balkone können reichen, um zumindest ein Solarmodul zu installieren. Nur die Sonne sollte dort schön scheinen! 
Coole Vorteile dank Solar: Kosten sparen und Klima schĂŒtzen
Coole Vorteile dank Solar: Kosten sparen und Klima schĂŒtzen

12 Vorteile und Nachteile vom Balkonkraftwerk

Vorteile Balkonkraftwerk Nachteile Balkonkraftwerk 

Klimaschutz:
Du leistest mit Deiner kleinen PV-Anlage einen direkten Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz. Du erzeugst klimafreundlichen Strom Watt für Watt solar, ganz ohne schädliche CO2-Emissionen. Mit der Sonne nutzt Du eine der saubersten Energiequellen der erneuerbaren Energien.

Nachhaltigkeit:
Für die Herstellung von PV-Anlagen wird aktuell und allgemein noch relativ viel Energie gebraucht. Jedes Watt zu viel dafür reduziert den ökologischen Vorteil in der Summe etwas. Jedoch fällt dieser Nachteil bei so kleinen Anlagen wie bei einem Micro- oder Mini-Balkonkraftwerk kaum ins Gewicht.

Preise:
Balkonkraftwerke sind sehr kostengünstige Produkte in der Anschaffung. Schon ab 500 Euro erhältst Du eine leistungsfähige kleine Solaranlage. Diese Kosten amortisieren sich oft schon nach wenigen Jahren.

Zuverlässigkeit:
Photovoltaik ist nicht grundlastfähig. Energieerzeugung solar findet nur statt, wenn die Sonne scheint und der Aufstellort stimmt. Die Energieausbeute von PV-Anlagen schwankt zudem je nach Jahreszeit und Witterung. Bei sog. Diffusstrahlung, ergo bei Wolkenbildung, Luftverschmutzung, Nebel oder hoher Luftfeuchtigkeit, liefert die Anlage weniger Watt Leistung.

Wirtschaftlichkeit:
Je mehr selbst produzierten Solarstrom Du selbst verbrauchst, desto mehr kannst Du sparen. Jeder Cent weniger pro Kilowattstunde für zugekauften Strom rechnet sich also für Dich.

Verschleiß und Effizienz:
An einer Solaranlage können kaum Teile besonders schnell verschleißen. Selbstverständlich geht über die Jahre etwas Leistung in jedem Photovoltaik-Modul verloren und den Wechselrichter musst Du schneller austauschen als die Module selbst. Aber unterm Strich ist der Verschleiß hier zu vernachlässigen.

Betriebskosten:
Für so eine kleine Solaranlage hast Du quasi nahe Null Betriebskosten. Und freilich hast Du anders als bei anderen Anlagen keine Kosten für irgendwelche Brennstoffe wie Gas, Öl oder Holz. Die Sonne liefert die Energie solar prinzipiell kostenlos.

Optik:
Selbst das Design von kleinen Solarmodulen auf Balkonen, Dächern oder in Gärten ist nicht jedermanns Sache. Vor allem ältere Semester stören sich öfters an einem sog. ästhetischen Anspruch. Der praktische Nutzen überwiegt jedoch diesen Nachteil oft um ein Vielfaches.

Haltbarkeit:
Solarmodule haben eine exzellente Haltbarkeit. Mit einer Lebensdauer von weit über 20 Jahren liefert Photovoltaik über lange Zeit und zwar wirtschaftlich zuverlässig Energie. Mindestens so lange geben die meisten Produzenten auch Garantie. Auf den Wechselrichter geben die Hersteller häufig 10 Jahre Garantie.

Förderung:
Ja, es gibt Förderung für Balkonkraftwerke. Allerdings stehen Aufwand und Nutzen dabei oft in keinem guten Verhältnis. Es lohnt sich für den Verbraucher oft schlichtweg einfach nicht, sich mit der Förderung von Mini-Balkonkraftwerken zu befassen.

Wartung:
Die Stecker-Solaranlage ist ziemlich wartungsarm, da es keine beweglichen Komponenten gibt und keine Brennstoffe verbrannt werden. Eine kleine Photovoltaikanlage für den Balkon oder Garten muss auch nicht wie ihre großen Geschwister regelmäßig (jedes Jahr) überprüft werden, sondern nur bei Bedarf. Das bisschen Säubern kann man zudem selbst erledigen.

Unabhängigkeit:
Mit einer Mini-Photovoltaikanlage machst Du Dich ein bisschen unabhängiger von steigenden Strompreisen und gierigen Energieversorgern. Je mehr Deine Autarkie solar steigt, desto mehr hat der öffentliche Stromanbieter das Nachsehen.

FAQ online: Ratgeber mit Tipps zum Balkonkraftwerk

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk lohnt sich besonders dann, wenn Du wenig Platz hast und schnell und unkompliziert Deinen eigenen Strom produzieren möchtest. Die Solarmodul-Sets (inklusive allem Zubehör) sind schon ab 500 Euro zu kaufen. Bei viel Sonne und SĂŒdseite kannst Du mit 600 Watt Peak (Wp) installierter Leistung bis zu 150 Euro Stromkosten pro Jahr sparen.

Wie viel Energie erzeugt ein Balkonkraftwerk?

Solarmodule im Balkonkraftwerk dĂŒrfen in Deutschland höchstens 600 Watt Peak (Wp) installierte Leistung liefern. Bei optimalen Bedingungen produziert eine solche Anlage etwa bis zu 500 kWh pro Jahr. Das entspricht im bundesweiten statistischen Durchschnitt etwa einem Viertel des Bedarfs fĂŒr zwei Personen, die in einem Mehrfamilienhaus leben.

Sind Balkonkraftwerke in Deutschland erlaubt?

Ja, Balkonkraftwerke sind in Deutschland erlaubt! Seriöse Produkte und Sets, die unter diesem Namen im Angebot sind, erfĂŒllen alle anerkannten Regeln der Technik. Rechtlich spricht auch nichts dagegen, Deinen Strom selbst zu erzeugen und ĂŒber die Steckdose direkt fĂŒr den Eigengebrauch zu verwenden. Nur anmelden musst Du Deine Anlage.

Wo muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

Du musst Dein Balkonkraftwerk sowohl bei Deinem örtlichen Netzbetreiber als auch bei der Bundesnetzagentur (durch Eintrag ins Marktstammdatenregister) anmelden. Viele Netzbetreiber haben das Anmeldeprozedere fĂŒr kleine PV-Anlagen inzwischen stark vereinfacht. Auch etliche Hersteller bieten inzwischen ein gewissen Anmeldeservice mit an.

Was passiert, wenn ich eine Mini-Solaranlage nicht anmelde?

Meldest Du Deine Mini-Solaranlage nicht beim Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur an, dann ist das zunĂ€chst mal eine Ordnungswidrigkeit. Als solche kann sie ein Bußgeld nach sich ziehen. Dein Netzbetreiber kann Dir zudem, wenn Du gegen die “Abstimmungs- oder Mitteilungspflicht” ihm gegenĂŒber verstĂ¶ĂŸt, im schlimmsten Fall sogar den kompletten Strom vom öffentlichen Netz abklemmen.

Was kostet ein Balkonkraftwerk?

Die Preise fĂŒr ein Balkonkraftwerk sind sehr unterschiedlich. Hier kommt es darauf an, welche AnsprĂŒche Du an Dein Solarmodul stellst (Leistung, Platzbedarf) und welche zusĂ€tzlichen Services Du in Anspruch nehmen möchtest (z.B. Anmeldeservices). Die gĂ€ngigsten Sets starten bei etwa 500 Euro. GrĂ¶ĂŸere Anlagen mit mehr Leistung und zusĂ€tzlichen Services sind natĂŒrlich entsprechend teurer.

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