Brennstoffzellenheizung: Noch teuer beim Kauf, aber super effizient im Betrieb

Verfasst von: Stephanie Luther
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In diesem Artikel
  • Die Heizung, die sauber extrem hohe Wirkungsgrade liefern kann.
  • Wenn viel WĂ€rme und Strom zugleich gebraucht werden, lohnt sich die Brennstoffzelle richtig!
  • Ist die Brennstoffzellenheizung in Kombination mit anderen Technologien wie WĂ€rmepumpe und Photovoltaik womöglich DIE Technologie der Zukunft?

Besonders effiziente Energie-Erzeugung dank KWK und elektrochemischer Reaktion – das beschreibt die Brennstoffzelle in einem Satz.

Dank der innovativen Kombination aus der sog. „kalten Verbrennung“ und Kraft-WĂ€rme-Kopplung (KWK) ist die Brennstoffzellenheizung extrem umweltfreundlich und wirksam zugleich.

Ihr grĂ¶ĂŸtes Problem derzeit noch: Brennstoffzellenheizungen sind im Vergleich mit anderen Heizungsanlagen aktuell noch immer ziemlich teuer in der Anschaffung. Was eine Brennstoffzellenheizung so besonders macht und wann sich ihr Einbau trotz allem heute schon lohnt, erfĂ€hrst Du in diesem Ratgeber Artikel!

Kohlekraftwerk Berlin Willmersdorf
Herkömmliche Kraftwerke können mir der Effizienz einer Brennstoffzelle bei weitem nicht mithalten ©elxeneize/Shutterstock.com

Was das Heizen mit der Brennstoffzelle so besonders macht? 

Brennstoffzellen-Heizungen arbeiten mit Wasserstoff, um gleichzeitig Strom und WĂ€rmeenergie zu erzeugen. Weil es aktuell noch keinen puren Wasserstoff fĂŒr Privatverbraucher zu kaufen gibt und die industrielle Lagerung (also nicht die beim Verbraucher, denn die ist einfacher) bisher auch noch ziemlich problematisch ist, generiert eine Brennstoffzellenheizung ihren Wasserstoff meist selbst.

Im sogenannten Reformer wird aus Erdgas, Biogas oder FlĂŒssiggas Wasserstoff erzeugt. Dieser Wasserstoff reagiert dann zusammen mit Sauerstoff zu Wasser, wobei Strom und WĂ€rmeenergie generiert werden. Wird eine Brennstoffzelle effizient eingesetzt, liegt ihr Wirkungsgrad mindestens bei 90 Prozent.

Zum Vergleich: Herkömmliche Kraftwerke (ohne KWK) kommen selten auf Wirkungsgrade ĂŒber 40 Prozent! Das liegt vor allem daran, dass bei der reinen Stromerzeugung mit konventionellen Kraftwerken viel von der anfallenden AbwĂ€rme ungenutzt in die Umgebung entweicht.

„Eine Brennstoffzellenheizung nutzt Wasserstoff fĂŒr die Kraft-WĂ€rme-Kopplung und ist damit besonders zukunftsfĂ€hig.“

Dabei ist die Kraft-WĂ€rme-Kopplung keine DomĂ€ne der Brennstoffzellenheizung. Auch Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen sowohl WĂ€rmeenergie als auch Strom. Sie werden aber ĂŒblicherweise mit einem klassischen Verbrennungsmotor betrieben. Die Wirkungsgrade sind Ă€hnlich hoch wie bei einer Brennstoffzellenheizung, aber der Brennstoffeinsatz ist wesentlich höher, die Umweltbilanz entsprechend schlechter. 

FĂŒr Dich als Hausbesitzer ist eine Brennstoffzellen Heizung in erster Linie dann interessant, wenn Du besonders viel Strom benötigst oder in das öffentliche Netz einspeisen möchtest. Im Gegensatz zu anderen KWK-Lösungen erzeugt die Brennstoffzelle nĂ€mlich fast ebenso viel Strom wie WĂ€rme.

Brennstoffzelle heizt sauber Haus
Die „kalte Verbrennung“ von Wasserstoff ist effizient und sauber ©Alexander Limbach/Shutterstock.com

Funktionsweise einer Brennstoffzellenheizung 

Die Reaktion von Sauerstoff und Wasserstoff, die sog. „kalte Verbrennung“, bildet die Grundlage der Brennstoffzellenheizung. Die namensgebende Brennstoffzelle besteht dabei aus zwei Elektroden, die durch eine teildurchlĂ€ssige Elektrolyt-Membran voneinander getrennt sind. Kommt der Wasserstoff mit der Anode (Pluspol) in Kontakt, werden Elektronen freigesetzt. Wandern diese Elektronen zur Kathode (Minuspol), fließt elektrischer Strom.

Neben dem erzeugten Strom erzeugt dieser Prozess WĂ€rme. Das erzeugte Wasser wird dabei gleich erwĂ€rmt und lĂ€sst sich direkt fĂŒr die Heizung verwenden. Als Nebenprodukt dieser chemischen Reaktion entsteht nur warmes Wasser. In einer Brennstoffzelle reagieren somit allein der kontinuierlich zugefĂŒhrter Brennstoff Wasserstoff mit einem Oxidationsmittel wie Sauerstoff aus Luft.

Die Brennstoffzelle funktioniert vor Ort also quasi schadstofffrei, da ihre Funktion neben Strom und WĂ€rme nur warmen Wasserdampf produziert. FĂŒr eine Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus verwenden die meisten Hersteller eine sogenannte Polymer-Elektrolyt Brennstoffzelle, kurz PEMFC (engl. AbkĂŒrzung fĂŒr „Proton Exchange Membrane Fuel Cell“).

Brennstoffzelle Stack Kabel
Viele Hunderte oder gar Tausende Brennstoffzellen bilden einen Stack

Mehrere Brennstoffzellen bilden Stacks

NatĂŒrlich reicht eine einzelne Brennstoffzelle in der Regel nicht, um genĂŒgend Energie und WĂ€rme zu erzeugen. Deshalb werden in einer Brennstoffzellen Heizung meist mehrere Zellen zu sog. Stacks, also Stapeln gebĂŒndelt. Muss eine einzelne Brennstoffzelle aus dem kompletten Stack irgendwann einmal ausgetauscht werden, weil sie defekt ist, geht auch das ganz einfach. Denn alle ĂŒbrigen Zellen können wie gehabt im Stack verbleiben. 

„Der Brennstoffzellenstack besteht aus bis zu mehreren hundert Brennstoffzellen und ist das KernstĂŒck eines Brennstoffzellen-Systems.“

Wie lange eine einzelne Zelle hĂ€lt, hĂ€ngt von ihren Spezifikationen und Leistungsdaten ab. Üblicherweise laufen die Zellen einer Brennstoffzellenheizung mindestens zehn Jahre oder lĂ€nger. Ihre Lebensdauer kann sich durch falsche Nutzung verkĂŒrzen. Noch freundlicher fĂŒrs Klima werden Brennstoffzellenheizungen ĂŒbrigens, wenn sie auf den Reformer verzichten können, der den Wasserstoff aus Gas gewinnt.

Zum Beispiel, weil das System den Wasserstoff anstelle des Reformers durch einen Wasserstoff-Generator unter ZufĂŒhrung von elektrischer Energie direkt aus Wasser gewinnt. Voraussetzung fĂŒr solche KlimaneutralitĂ€t ist freilich, dass der Strom fĂŒr die sog. Elektrolyse aus erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik oder Windkraft kommt.

Gasanschluss Hausanschluss Erdgas
Ein Gasanschluss am Haus bringt das Erdgas fĂŒr den blauen Wasserstoff ©AlafStudio/Shutterstock.com

Das brauchst Du heute fĂŒr eine Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus 

Stand der Technik heute sind allerdings noch nicht die Elektrolyse-Generatoren, die den Wasserstoff direkt aus Wasser gewinnen, sondern die Reformer, die den benötigten Wasserstoff aus Erdgas gewinnen. Diese Reformer brauchen selbstverstÀndlich einen wie auch immer gearteten Gasanschluss.

Musst oder möchtest Du auf den Einsatz von leitungsgebundenem Erdgas verzichten, können dabei auch Biogas oder FlĂŒssiggas zum Einsatz kommen. Wasserstoff, der aus Gas gewonnen wird, nennt man ĂŒbrigens blauen Wasserstoff. Wasserstoff, der aus Wasser erzeugt wird, nennt man grĂŒnen Wasserstoff.

„Ein Brennstoffzellensystem arbeitet heute zumeist noch mit blauem Wasserstoff, den es selbst im Reformer herstellt. Rohstoff hierfĂŒr ist dabei in der Regel Erd-, FlĂŒssig- oder Biogas.“ 

Aufgrund des sehr hohen Wirkungsgrades ist der Gasverbrauch bei einer Brennstoffzellenheizung im Vergleich zu einer normalen Gasheizung allerdings deutlich geringer. Zudem erzeugt das System eben nicht nur WĂ€rme, sondern auch Strom. Das freut nicht nur die Umwelt, das wirkt sich in jedem Fall auch positiv auf Deine Energiekosten aus.

Ohne Speicher geht nichts 

Eine wichtige Besonderheit bei der Brennstoffzellenheizung ist und bleibt die Tatsache, dass thermische und elektrische Energie stets zusammen generiert werden. Die WĂ€rme kannst Du bewusst zum Heizen nutzen. Ein wassergefĂŒhrter WĂ€rmespeicher (Pufferspeicher) ist daher ohnehin sinnvoll, um die erzeugte WĂ€rme ganz nach Bedarf im Haushalt nutzen zu können.

Den Strom kannst Du bei Bedarf in das öffentliche Netz einspeisen und so etwas EinspeisevergĂŒtung kassieren. Weil aber die gerade in den letzten Jahren immer weiter gesunken ist, solltest Du unbedingt ĂŒber einen Batteriespeicher oder andere Alternativen fĂŒr Deinen mit Brennstoffzellen erzeugten Strom nachdenken.

Und mit diesen Überlegungen geht die Brennstoffzellenheizung in Riesenschritten Richtung Zukunft. Denn der Besitzer einer solchen Heizung sollte sich durchaus Gedanken ĂŒber geeignete Stromabnehmer im eigenen Haus machen. Das lohnt sich!

Brennstoffzelle Elektrolyse Wasserstoff Herstellung
Die Elektrolyse ist sozusagen das GegenstĂŒck zur „kalten Verbrennung“ und erzeugt wieder neuen grĂŒnen Wasserstoff ©VectorMine/Shutterstock.com

Die Brennstoffzellenheizung von morgen ist noch wirtschaftlicher

Deine Heizleistung sollte Dir beim Planen der neuen Brennstoffzellenheizung gut bekannt sein. Dann kannst Du nÀmlich besser kalkulieren, wie viel WÀrme Du eigentlich wann maximal benötigst. Diese WÀrme muss auch nicht allein die Heizungsanlage liefern. Denn Du erzeugst ja tÀglich noch jede Menge Strom.

Wenn Du den nicht ĂŒber die EinspeisevergĂŒtung nahezu verschenken willst, nutze ihn doch selbst. Installiere zum Beispiel in Kombination mit der eigentlichen Brennstoffzellenheizung noch eine andere elektrische Heizung, die in Spitzenzeiten mit dem eigenen Strom zuheizt.

„Bei der Brennstoffzellenheizung fĂŒhren ganzheitliche Lösungen gerne schnell in Richtung Autarkie in puncto WĂ€rme und Strom.“ 

In Frage kommen dafĂŒr etwa eine WĂ€rmepumpe, mehrere Infrarotheizungen oder eine zusĂ€tzliche elektrische Aufheizung Deines Pufferspeichers nach Prinzip eines Boilers. Je mehr Du von Deinem Strom fĂŒr eigene intelligente Heizlösungen nutzt, desto effizienter wirkt Dein Gesamtsystem Brennstoffzelle.

Vorstellbar ist ĂŒbrigens ebenso, dass Du einen Teil des Stromes, von dem Du in der Heizsaison eher zu viel als zu wenig haben wirst, in die Wallbox leitest. Mit einer Brennstoffzellenheizung lĂ€sst sich so nebenbei prima und jederzeit auch das Elektroauto volltanken.

Mit Photovoltaik eigenen Wasserstoff erzeugen

Die absolute Zukunftsvision, die es heute bereits in AnsÀtzen zu kaufen gibt, finden wir den absoluten Clou. Wer neben der Brennstoffzelle im Keller nÀmlich Photovoltaik-Zellen auf dem Dach hat, am besten reichlich davon, kann ratzfatz seinen eigenen Wasserstoff herstellen.

Im Sommer, wenn die eigentliche Heizung eher aus ist und weder WĂ€rme noch Strom produziert, werfen die Sonnenstunden mit einer PV-Anlage fĂŒr gewöhnlich viel höheren Ertrag ab als im Winter. Den PV-Strom kannst Du super nutzen, um ĂŒber einen Elektrolyse-Generator aus Wasser neuen Wasserstoff zu extrahieren.

„Mit Photovoltaik zur eigenen Wasserstoffproduktion wird Deine Brennstoffzelle zum modernen Kreislaufsystem.“ 

Der grĂŒne Solar-Wasserstoff lĂ€sst sich wunderbar in Druckflaschen speichern und steht dann wiederum fĂŒr den Winter bereit, um die eigentliche Brennstoffzellenheizung anzutreiben. Wer im Sommer mit Solar genĂŒgend grĂŒnen Wasserstoff gewinnt, braucht in der kalten Jahreszeit vielleicht gar keinen blauen Wasserstoff aus dem Reformer mehr. Der Gasanschluss wĂ€re dann nur noch ein Sicherheitsnetz fĂŒr blauen Wasserstoff im Notfall.

DĂ€mmung Kosten Kalkulation
Die Kosten fĂŒr die Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung sind hoch

Kosten einer Brennstoffzellenheizung 

Die Kosten fĂŒr eine Heizung mit Brennstoffzellen sind besonders komplex und setzen sich hĂ€ufig aus mehreren ganz verschiedenen Faktoren zusammen.

Dazu zÀhlen unter anderem:

  1. Kosten fĂŒr die Brennstoff-Erschließung (Gasanschluss, Lieferung/Lagerung von Alternativen)
  2. Anschaffungskosten des Heizsystems (Reformer, Brennstoffzellenstacks, Zusatzheizung)
  3. Laufende Kosten: Kosten fĂŒr Brennstoff, Wartung und Instandhaltung der Brennstoffzelle und angeschlossener Zusatzsysteme

Preisvergleich der Anschaffungskosten? Bei Brennstoffzellenheizungen schwierig! 

Lange Zeit war das Angebot fĂŒr Brennstoffzellenheizungen nicht sehr groß, der Wettbewerb zwischen den Herstellern nicht allzu hoch. Das hatte auch Einfluss auf den Preis. FrĂŒher waren Brennstoffzellenheizungen kaum unter 40.000 bis 50.000 Euro zu haben. Inzwischen hat sich das aber zumindest etwas geĂ€ndert.

„Zwar sind Brennstoffheizungen weiterhin teuer, die Preise sind aber in den letzten Jahren betrĂ€chtlich gesunken.“

Gute Heizungen fĂŒr EinfamilienhĂ€user gibt es mittlerweile schon zu Komplettpreisen von 30.000 bis 35.000 Euro, kleine Systeme sogar schon ab 20.000 Euro. Trotzdem bleibt ein echter Preisvergleich schwierig. Die meisten Hersteller bieten nur Komplettpakete inklusive Planung und Installation ĂŒber den Fachhandel an. Hier heißt es mal wieder: Unterschiedliche Angebote einholen und genau vergleichen! Was bieten die Hersteller, was brauchst Du?

Praktischer Tipp

Ist Dir der Kauf einer eigenen Brennstoffzellenheizung zu teuer, kann Contracting eine echte Alternative sein. Dabei kaufst Du nicht die eigentliche Anlage, sondern nur die WĂ€rme und den Strom. Die Anlage selbst bleibt im Besitz des Anbieters. Ob sich das fĂŒr Dich lohnt, solltest Du aber von einem Energieberater sorgfĂ€ltig durchrechnen lassen.

Wallbox Elektroauto Mann Hauseingang
Die Wallbox fĂŒrs Elektroauto bedankt sich ebenfalls fĂŒr ĂŒberschĂŒssigen Strom aus der Brennstoffzelle ©Owlie Productions/Shutterstock.com

Laufende Kosten einer Brennstoffzellenheizung 

Mit einer Brennstoffzellenheizung senkst Du Deine laufenden Kosten fĂŒr Energie enorm, eben weil sie den Brennstoff so effizient ausnutzt. Manche Anbieter versprechen sogar Kosteneinsparungen von bis zu 40 Prozent und mehr. Weil die Preise von Gas und Strom aber stark schwanken, lĂ€sst sich das tatsĂ€chliche Einsparpotenzial gar nicht so genau beziffern.

Fest steht: Vor allem in Sachen Strom ist die Brennstoffzelle ein echtes Energiewunder. Auch wenn sie leider – zumindest im Moment noch – hauptsĂ€chlich mit Erdgas als Rohstoff fĂŒr die Wasserstoffgewinnung arbeitet, nutzt sie das wertvolle Material maximal aus.

„Generell gilt: Je mehr WĂ€rme und Strom Deine Brennstoffzellenheizung erzeugt, desto schneller rentiert sich die Anschaffung!“

Dein Verbrauch und Deine Verbrauchskosten liegen beispielsweise mit ziemlicher Sicherheit wesentlich unter denen einer normalen Gasheizung. Bei diesen Betriebskosten wirst Du garantiert sparen. Vorausgesetzt, Du kannst die WĂ€rme- und Strommengen auch sinnvoll verbrauchen.

Eine Brennstoffzellenheizung lohnt sich vor allem dann, wenn Du einen hohen Heiz- und Strombedarf zugleich hast und beides geschickt miteinander kombinierst. Vergiss dabei nicht, dass man mit Strom auch andere Zusatzheizungen betreiben und sogar das Elektroauto vor der TĂŒr laden kann.

BAFA-Zentrale Eschborn
Beim BAFA gibt’s Förderung fĂŒr die Brennstoffzellenheizung

Förderung einer Brennstoffzellenheizung 

Brennstoffzellenheizungen sind innerhalb der Bundesförderung effiziente GebĂ€ude Einzelmaßnahmen (BEG EM) teils förderfĂ€hig. Eine Kombination der BEG EM Förderung mit der Bundesförderung effiziente GebĂ€ude WohngebĂ€ude (BEG WG) ist darĂŒber hinaus fĂŒr den Teil der Kosten und Maßnahmen erlaubt, die nicht schon ĂŒber die BEG EM gefördert werden.

Die weitere Kombination mit Fördermitteln von LĂ€ndern, Kommunen oder Energieversorgern ist ebenso möglich. So kannst Du unterm Strich eine Menge Geld bei der teuren Anschaffung sparen. Welche Förderung genau fĂŒr Brennstoffzellen-Heizungen in Deiner Region infrage kommt, fragst Du am besten einen professionellen Energieberater.

„Die Beratung durch einen Energieberater ist ohnehin Pflicht, willst Du an die entsprechenden Fördertöpfe rankommen. Die Beratung selbst wird zudem mitgefördert.“

Gerade das System Brennstoffzelle und dessen Berechnungen sind so komplex, dass Laien in der Tat gut beraten sind, das Projekt mit einem versierten Energieberater anzugehen. Seitdem die Förderung Anfang 2023 ĂŒbrigens von der KfW auf das BAFA ĂŒbergangen ist, gibt’s die Brennstoffzellen-Förderung nicht mehr nur fĂŒr Neubauten, sondern auch fĂŒr Sanierungen im Bestandsbau (Altbau).

Voraussetzungen fĂŒr die Förderung der Brennstoffzellenheizung

  1. Einbindung eines professionellen Energieberaters
  2. Betrieb ausschließlich mit grĂŒnem Wasserstoff oder Biomethan
  3. Kosten fĂŒr die Herstellung des Wasserstoffs aus dem Gas sind nicht förderfĂ€hig
  4. Einbindung der Brennstoffzelle in das Strom- und WĂ€rmenetz des Hauses
  5. Gesamtwirkungsgrad muss mindestens 0,82 und elektrischer Wirkungsgrad mindestens 0,32 betragen
  6. Hersteller muss den Betrieb der Brennstoffzelle fĂŒr einen Zeitraum von zehn Jahren sicherstellen (z.B. Wartung und Ersatzteile)
  7. Abschluss eines Vollwartungsvertrags mit Laufzeit von zehn Jahren
  8. Beantragung der Fördermittel muss vor Beginn der Maßnahme erfolgen

Bei erfĂŒllten Voraussetzungen kannst Du mit folgenden FördersĂ€tzen rechnen

  • + 25 % fĂŒr die Brennstoffzellenheizung
  • + 10 % fĂŒr den Heizungstauschbonus beim Umstieg von einer alten Ölheizung, Gasheizung, Nachtspeicherheizung oder Kohleheizung
  • = 35 % maximale BEG EM-Förderung insgesamt

Du willst noch mehr wissen ĂŒber Möglichkeiten der Förderung? In diesem Artikel mehr Informationen dazu finden: Förderung von nachhaltigen Heizungsanlagen

BAFA-Zentrale Eschborn
Beim BAFA gibt’s Förderung fĂŒr die Brennstoffzellenheizung

12 Vorteile und Nachteile der Brennstoffzellen-Heizung in der Übersicht

Vorteile der Brennstoffzellenheizung Nachteile von Brennstoffzellenheizungen
sehr hoher Wirkungsgrad sowohl bei der Strom- als auch bei der WĂ€rmeerzeugung meist eher fĂŒr Neubauten geeignet
sehr wirtschaftliches Heizen regelmĂ€ĂŸige Wartung erforderlich (ein Wartungsvertrag ist auch Voraussetzung fĂŒr die Förderung)
kompakte Technik hohe Anschaffungskosten
kein LÀrm, lautloser Betrieb AbhÀngigkeit von der Preisentwicklung beim Gas (bei Betrieb mit blauem Wasserstoff)
geringere Verbrauchskosten fĂŒr Energie nur wirklich sinnvoll, wenn sowohl hoher Bedarf an WĂ€rme und Strom besteht
macht Dich bewusst unabhÀngiger von steigenden Strompreisen
klimafreundlicher als andere Technologien, da besonders energieeffizient
FAQ
Wichtige Fragen und Antworten zum Heizen mit Brennstoffzellentechnik im Überblick

FAQ online: Ratgeber mit praktischen Tipps zur Brennstoffzellenheizung

Lohnt sich das Heizen mit einer Brennstoffzellen-Heizung?

Eine Brennstoffzellenheizung ist vor allem fĂŒr diejenigen mit besonders hohem Bedarf an elektrischer und WĂ€rmeenergie sinnvoll. Das sind alle, die entweder wirklich großen Bedarf haben (Industrie und Gewerbe) oder ein komplexeres System aus Speichern, zusĂ€tzlichen Verbrauchern (z.B. WĂ€rmepumpe, E-Auto) und ggf. Einspeisung aufbauen wollen.

Wie viel Gas braucht eine Brennstoffzellenheizung im Jahr?

So pauschal kann man das natĂŒrlich leider nicht beantworten. Das hĂ€ngt vom Nutzungsverhalten ab. Bei 5.000 kWh WĂ€rmebedarf pro Jahr geht man von 10.000-12.000 kWh Gas zur Wasserstoffgewinnung aus. Bei 10.000 kWh WĂ€rmebedarf pro Jahr verdoppelt sich das auf 20.000-24.000 kWh Gas.

Sollte ich meine alte Heizung durch eine Brennstoffzellenheizung ersetzen?

Vor allem dann, wenn Du eine alte Ölheizung oder Gasheizung, einen Nachtspeicher- oder Kohleofen ersetzen willst, kann sich ein Austausch lohnen. Denn dann kannst Du 10 Prozent zusĂ€tzliche Förderung abstauben, den sog. Heizungstauschbonus. Voraussetzung fĂŒr jede Förderung bleibt allerdings, dass Deine neue Brennstoffzellenheizung dann nur mit grĂŒnem Wasserstoff oder Biomethan betrieben wird. Andernfalls gibt’s keine Förderung.

Ratgeber Überblick weitere Heizungssysteme:

Stephanie Luther

Autor

Stephanie Luther ist Wirtschaftsinformatikerin in der Energiebranche. Sie ist begeistert von der Energiewende und klugen Ideen fĂŒr das Heizen der Zukunft. Beim Schreiben von unabhĂ€ngigen Fachartikeln, Rezensionen und Produktvorstellungen möchte sie diese Begeisterung und ihr Know-how mit möglichst vielen Menschen teilen.

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