Brennholzpreise 2022 explodieren

Brennholzpreise 2022
Verfasst von: Michael Claus
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Brennholz, Kohle und sogar Holzöfen und Kaminöfen sind gerade sehr begehrt. Die Preise steigen dramatisch. Wer jetzt noch Brennholz und Kohle bestellen will, ist eigentlich schon zu spät dran. Die Nachfrage übersteigt überall das Angebot. Kohle gibt’s zu bezahlbaren Preisen fast überhaupt nicht mehr zu kaufen.

Die Angst vor hohen Gas- und Ölpreisen zieht alle Preise für Heizkosten um sich herum mit nach oben. Die häufigste und oft noch beste Antwort lautet: Warteliste! Beim Brennholz zum Beispiel haben viele Forstämter schon Wartelisten eingeführt und begrenzen die Abgabe von Brennholz auf zehn Raummeter pro Besteller. Viele andere Forstämter sind jetzt schon ausverkauft.

Trockenes Brennholz in Baumärkten zu kaufen, ist derzeit kaum noch möglich. Die Erzeuger­preise der Produkte des Holz­einschlags verteuerten sich im Juni 2022 um 31,5 Prozent gegenüber den Preisen aus demselben Vorjahresmonat (Quelle: Statistisches Bundesamt / Destatis). Auch der Bedarf an Kohle, Briketts und ja sogar der an Kaminöfen ist nicht nur signifikant teurer geworden. Er ist praktisch kaum noch zu befriedigen.

Brennholzpreise: Bald jenseits von gut und böse?

Wenn es noch Brennholz gibt, und zwar trockenes, das man diese Saison noch verheizen kann, dann sind die Brennholzpreise 2022 extrem stark gestiegen. Kostete letztes Jahr der Raummeter Hartholz (gemischte Laubhölzer) im Bundesschnitt noch zwischen 50 bis 130 Euro, gibt’s den jetzt quasi nur noch „unter den Hand“ ab Preisen von Minimum 150 Euro aufwärts.

„Während die Weltmarktpreise für Holz insgesamt fallen, können im passenden Marktumfeld die Brennholzpreise durchaus durch die Decke gehen. Dass das möglich ist, sieht man ja!“

Bei dem Preis sollte man eigentlich sofort zuschlagen. Denn das ist inzwischen schon ein Schnäppchen für kammergetrocknetes Kaminholz. Findige Anbieter auf Ebay, Amazon oder auch bei Kaufland verlangen bereits jetzt über 500 Euro für den Raummeter ofenfertiges Energieholz. Und die „Astronomie“ dieser Preise dürfte sich noch verschärfen, je näher die kalte Zeit von Herbst und Winter heranrückt.

Der Kaminofen ist kein Schnäppchen mehr

Doch nicht nur der Run auf die Brennstoff- und Holzhändler ist imens. Auch der Ansturm auf die Hersteller von Öfen und Kaminöfen ist enorm. Vielleicht hat sogar so mancher „Sparfuchs“ schon Kaminholz gehortet, noch bevor er überhaupt einen Kaminofen hatte. Dabei sind die Preise vor allem bei Kaminöfen, Kachelöfen bzw. bei den aktuell sehr beliebten Kombi-Öfen für die Küche happig gestiegen.

Schaut man sich beispielsweise aktuell mal auf der Kaminofenseite im Onlineshop von Hornbach um, entdeckt man dort überhaupt nur noch drei Modelle für unter 1.000 Euro. Alle anderen Modelle kosten teils weit mehr als das. Hinzu kommt, dass selbst unter Volllast arbeitende Hersteller und Ofenbauer nicht mehr mit der Produktion und dem Einbau hinterherkommen.

Also selbst wer viel Geld für einen neuen Kaminofen in die Hand nimmt, bekommt denselben nicht unbedingt noch vor diesem Winter fertig aufgebaut und angeschlossen. Wartezeiten von drei bis sechs Monaten sind auch in diesem Metier nicht mehr unüblich. Das Prinzip Warteliste muss auch hier die Differenz aus riesiger Nachfrage und begrenztem Angebot ausgleichen.

Kohle wird bald mit Gold aufgewogen

Ganz ähnlich geht es einem Brennstoffe, den 99 von 100 Deutschen wahrscheinlich schon ganz vergessen hatten beim privaten Heizen. Die Rede ist von der Kohle. Zumeist als Briketts bzw. Braunkohle-Briketts gab es die bis zum Ukraine-Krieg noch problemlos in jedem Brennstoffhandel, Baumarkt und in ländlichen Gebieten sogar in kleinen Packungen in Supermärkten wie bei Rewe und Edeka.

Heute sucht man das kleine Bündel zu 10 kg, das letztes Jahr im Schnitt noch für 3 bis 4 Euro zu kaufen war, bzw. das große Bündel zu 25 kg, das noch vor kurzem 5 bis 6 Euro kostete, mit der Lupe. Selbst wer mit 9,99 Euro zum Beispiel beim Baumarkt gerne das Doppelte zahlt für das 25 kg-Bündel, der hat Pech gehabt. Kohle ist einfach kaum noch irgendwo verfügbar.

Kohle gibt’s fast nur noch im spezialisierten Brennstoffhandel, dort nur noch für Stammkunden und selbst bei denen regiert einmal mehr die viel zitierte Warteliste. Außer natürlich, man nimmt richtig viel Geld in die Hand und bezahlt auf den einschlägigen Online-Marktplätzen wie Ebay, Amazon oder wieder einmal Kaufland sportliche Preise von 64,95 Euro für das 25 kg-Bündel (Kaufland) bzw. 1.799,00 Euro für eine Palette mit 900 kg (Ebay).

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